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Trabantszene

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Buchtipp: Wie man in der DDR in die verdienten Ferien fuhr

2003-11-03 00:00:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (2) (Gelesen: 5349)
Im realen Sozialismus ging es zumeist planmäßig in den Urlaub. Spontaneität oder "Last Minute" waren für die besten Wochen des Jahres eher selten angesagt. Die "schönsten Gegenden" lagen für viele in der Heimat. Spötter fragten deshalb nach dem kleinsten Buch der Welt und nannten als Antwort den DDR-Reiseatlas. Der letzte erschien 1989, als Demonstranten schon "visafrei bis Hawaii" wollten.
Das Buch "Urlaub, Klappfix, Ferienscheck" gibt ausführlich Auskunft über die Reisegewohnheiten in der DDR. Der gelernte Ossi war kein Reisemuffel. Mit den Zügen der Deutschen Reichsbahn, dem Trabant, dem Flugzeug oder auch dem Fahrrad machte man sich im Sommer auf, organisiert und unorganisiert. Junge Leute trampten mit Begeisterung. Im Gepäck befand sich der Ferienscheck des Gewerkschaftsbundes FDGB, die Zuweisung für einen Platz im Betriebsferienheim, die Zusage für ein Privatquartier an der Ostseeküste. Oder man verbrachte die Zeit auf der eigenen Datsche.

Camping war immer eine sinnvolle Alternative.

Glück und Beziehungen waren oft wichtiger als ein gefülltes Portemonnaie. Das Buch vergisst auch die Jüngsten nicht. Für eher symbolische Mark-Beträge genossen sie in Pionierferienlagern oder den betriebseigenen Objekten ein paar Wochen Erholung. Die Genossen aus den bewaffneten Organen bereisten eigene Heime. In der NVA gab es sogar eine "Ordnung über die Organisation des Erholungswesens des Ministeriums für Nationale Verteidigung". Für die Waffenträger aller Couleur existierten Ferienheime unter anderem in Schierke, Wernigerode, Frauenstein, Elgersburg, Waldbärenburg und Oberhof. Auch Parteien und Massenorganisationen boten ihren Mitarbeitern eigene Ferienplätze an. Das Reisebüro der DDR untersuchte 1966, wie der Ostdeutsche an seinen Urlaubsort kam. 53 Prozent nutzten bei Inlandsreisen die Eisenbahn, 23 Prozent das Auto, 9 Prozent den Bus, der Rest kombinierte verschiedene Verkehrsmittel.
Als Bonbon gab es bei der Reichsbahn gegen Vorlage des Ferienschecks Fahrkarten mit einem Drittel Ermäßigung, keiner fragte nach einer Bahncard. Eindeutiger Platzhirsch in punkto Urlaub für die Werktätigen waren jedoch die Ferienheime der Gewerkschaft. Rund 700 von ihnen standen im Land. An der Ostsee, im Thüringer Wald, Erzgebirge und im Harz gehörten sie zum Standard. Mitte der 80er Jahre verfügten sie über 137 000 Betten und beherbergten 1,9 Millionen Gäste. Interhotels wie in Dresden vergaben einen Teil ihrer Kapazität für FDGB-Urlauber.
Auf der Ostsee und öfter ein Stück weiter fuhren die Ferienschiffe "Völkerfreundschaft" und "Fritz Heckert", die teilweise von der Gewerkschaft genutzt wurden. Rein rechnerisch hatte jedes FDGB-Mitglied alle vier bis fünf Jahre einen Ferienscheck zu erwarten.
Die Ferienkommissionen in den Betrieben mussten die Auswahl treffen, wer zu den Glücklichen zählte. Schichtarbeiter wurden bevorzugt. Campen bot vielen DDR-Bürgern eine sinnvolle Alternative im Kampf um die Ferienschecks, auch wenn ein Fleckchen auf dem Zeltplatz nicht mit weniger Aufwand organisiert werden musste.

Urlaub, Klappfix, Ferienscheck – Reisen in der DDR, Eulenspiegel, 14,90 Euro
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