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Trabantszene

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Nachrichten frisch aus der Szene

Bericht zum 15. Trabant- und IFA-Treffen in Cesenatico

2012-08-25 22:40:12 Geändert: 2013-01-06 12:00:44 (6) (Gelesen: 11798)

Cesenatico 2012 oder aller guten Dinge sind sieben...

Draußen ist alles in grelles Licht getaucht, an Deck herrscht emsige Betriebsamkeit und auf meiner Brücke faucht die Klimaanlage. Wir stehen mit unserem Errichter-Schiff 15 Meilen nordwestlich von Helgoland, meine Nachtwache will einfach nicht zu Ende gehen und die Augen brennen vor Müdigkeit. Das erinnert mich sehr an die Nacht zum 11.Mai dieses Jahres...

Donnerstag, 10.Mai 2012

Der neue Morgen lässt sich im Osten schon erahnen, die ersten Vögel zwitschern und wir machen eine erste Pause irgendwo auf der B95 kurz vor Zwickau. Um die Umweltzone in Leipzig haben wir uns über diverse Dorfstraßen herumgemogelt und mein Bruder philosophiert, dass grüne Autos nicht auch noch grüne Plaketten benötigen. Dass die Behörden diesen Denkansatz akzeptieren, glaube ich allerdings kaum! Die frische Morgenluft tut gut, aber gegen die Müdigkeit vermag sie kaum etwas auszurichten, denn die letzte Nacht war wieder kurz. Traditionell sind wir gegen 2 Uhr nachts in Kossen bei Eilenburg aufgebrochen und erfahrungsgemäß sind wir auch dieses Mal nicht pünktlich weggekommen. Einen Grund für Hektik gibt es nicht und entsprechend entspannt gehen wir an die erste Etappe bis Österreich heran. Wir schlagen uns bis zum Dreiländereck Sachsen – Böhmen – Bayern durch, hangeln uns an der Grenze nach Süden und wollen in Passau die Donau überqueren und dann weiter bis in die Gegend um Steyr. Autobahnen meiden wir auch aus Prinzip, was uns die "Navigation" nicht immer leicht macht. Aber wir haben kompetente Hilfe an Bord, die angenehme Stimme aus dem Navi macht das Leben leichter! So kann man sich auf das Fahren konzentrieren und der Beifahrer kann auch mal abschalten. Die ersten "Bemmen" sind weggefuttert und die Würste haben wir auch entdeckt, folglich kann es weitergehen. Als die Sonne aufgeht, verlassen wir Sachsen. Bayern empfängt uns gegen 5 Uhr 30 recht kühl, aber selbst schuld, wir lassen ja stets die Heizung zu Hause! Bis Mitterteich schlagen wir uns mit herrlich kurvigen Nebenstraßen herum und haben eine Menge Spaß in den verträumten Örtchen, in denen uns die Frühaufsteher erstaunt bis belustigt hinterherschauen. Bei Mitterteich kommen wir wieder auf die Bundesstraße, die Fahrt geht jetzt deutlich zügiger vonstatten. Hier machen wir die nächste Pause, füttern zuerst den Trabi und arbeiten uns anschließend durch die Vorräte. Dieses Jahr haben wir ein "Begleitfahrzeug", in denen die Freundinnen und Eltern mitfahren, allerdings bis Österreich getrennt. Abgesehen davon ist es schließlich "Ehrensache" dass wir auf Biegen und Brechen eher dort sein müssen! Der Nissan fährt Autobahn und entsprechend später los. Momentan hat er noch gute Chancen uns zumindest einzuholen, aber das soll sich noch ändern! Gegen 10 Uhr überqueren wir bei herrlichem Sonnenschein die Donau und rollen durch die Passauer Altstadt. Wir folgen dem Fluss nach Österreich hinein und sind fast pünktlich zum Mittagessen 12 Uhr 40 nach 572 km bei unseren Österreichischen Freunden angekommen. Wir haben uns seit 2007 nicht mehr gesehen, denn da war ich das letzte Mal in Cesenatico mit. Die anderen Jahre ist mein Bruder über Garmisch gefahren. Es gibt also viel zu berichten und zu erzählen, irgendwann zur Kaffeezeit kommt dann auch der Nissan außerhalb der Wertung an.

Freitag, 11.Mai 2012

Kurz nach Mitternacht brechen wir auf, geschlafen haben wir nicht wirklich und das sollen wir später noch merken. Aus "taktischen" Gründen fahren wir bis zur italienischen Grenze getrennt, den Nissan schicken wir über den Katschbergpass, was etwas länger ist, dafür aber einfacher zu fahren ist. Wir nehmen natürlich nicht den Weg des geringsten Widerstandes und entscheiden uns für die Route über den Pyhrnpass nach Liezen, vorbei an Judenburg, entlang dem Ossiacher See nach Villach. Die Fahrt in der Dunkelheit macht viel Spaß, die Straßen sind wie ausgestorben und die Kurven laden zum "Schneiden“ ein, da sich der potentielle Gegenverkehr durch sein Licht ankündigt. Auf diesen Metern erleben wir erstaunlich viel Wildwechsel, haben aber Glück und somit keine Begegnung der "dritten" Art. Der nächtliche Fahrstil ist laut meinem Bruder schon "grenzwertig" genug, da brauchen wir nicht auch noch einen Wildschaden! So langsam macht das Ganze wieder Spaß, ich habe mich an das puristische Fahren gewöhnt, auch das Zwischengas kommt wieder beim Runterschalten. Die Bremse ist erfahrungsgemäß schwach, aber dafür sind wir auch länger schnell! Ab dem Ossiacher See wird's empfindlich kühl in der Rennpappe, also muss die Decke vom Rücksitz herhalten. Auf den Pässen wird uns von allein warm und mit Decke kann ich auch die unterstützende Handbremse nicht gut erreichen. In der Ebene wärmt sie die Beine ganz gut und nur das zählt. Im Morgengrauen erreichen wir den vereinbarten Tankstellentreffpunkt in Arnoldstein kurz vor der italienischen Grenze. Zur unsere großen Überraschung sehen wir da keinen Nissan, damit haben wir nicht gerechnet! Das spricht einerseits für unseren "Fahrstil", andererseits machen wir uns auch Sorgen, ob da vielleicht etwas passiert ist. Egal, erst einmal die Pappe füttern, dann bereitet mein Bruder seine "alchimistische" Spritmischung vor und anschließend geht's mit allen Kanistern zur Zapfsäule. Nachdem das alles erledigt und bereits das zweite Mal die Chromringe an den Felgen vom Bremsstaub befreit sind, ist vom Nissan noch immer nichts zu sehen. Sehr sonderbar! Also gehe ich in die Tankstelle rein und hole heiße Schokolade, denn beide Fahrer sind vor lauter Trabantpflege etwa vernachlässigt worden. Mit den beiden Pötten samt Untertassen in den Händen arbeite ich mich klappernd unter permanenter Scherbenvermeidung zum Trabi zurück, als der Nissan ganz langsam anrollt. Das Auto ist knitterfrei, folglich ist nichts passiert und Erleichterung macht sich breit. Sie sind einfach ganz vorsichtig gefahren und hatten durch das leise Auto noch mehr Wildwechsel, als wir. Die Tatsache, dass wir zwar auf der kürzeren, aber anspruchsvolleren Strecke gute 50 Minuten Vorsprung rausgefahren haben, zaubert uns ein Lächeln aufs Gesicht. Die Nissanbesatzung war sich recht sicher, dass sie auf uns warten müssen. Aber weit gefehlt! Seit Kossen haben wir 854 Kilometer abgespult und bei strahlendem Sonnenschein brechen wir Richtung Italien auf. Mein Bruder fährt mit seiner Freundin den Trabi weiter, ich steige in den Nissan um und fahre da weiter. Das ist vielleicht eine Umstellung! Man hört kaum, dass der Motor läuft, und die Bremse ist furchtbar leichtgängig. Vor wenigen Stunden haben wir noch im Trabi geklappert und nun empfängt uns Venetien mit gut 25 Grad und fast wolkenlosem Himmel. Vorbei an Tolmezzo, über Pordenone und Treviso schlagen wir uns bis Mestre auf Nebenstraßen durch. Draußen wird es ordentlich heiß, was bei der aktuellen Müdigkeit zum echten Problem wird. An dieser Tatsache ändern weder Kaffee noch die Klimaanlage im Nissan etwas! Ab Mestre beginnt das schlimmste Stück dieser Strecke, die scheinbar endlose Fahrt entlang der Adria auf der E55 über Ravenna runter nach Cesenatico. Es wird immer heißer und auf dieser Straße ist ein Wahnsinnsverkehr! Kurz vor Ravenna gibt's noch eine letzte Pause, ich steige wieder in den Trabi um und in Ravenna lasse ich mich vom Navi überreden, eine "Abkürzung“ durch den Hafen zu nehmen. Naja, kürzer war es, aber auf der Stadtumgehung wären unsere Nerven und der Trabi sicher besser gefahren. Glücklicherweise bin ich nur noch Beifahrer, denn auf den letzten Metern schlafe ich trotz fehlender Kopfstütze und dem herrschenden Lärmpegel mehrmals ein. Im Hotel "Tilly“ angekommen sind wir keine Einzelkämpfer mehr, es haben wieder zahlreiche Trabis und Wartburg den Weg über die Alpen gefunden. Es ist 14 Uhr 30, nach 1255 Kilometern sind wir am Ziel. Das Ganze ohne jedes technische Problem oder Klingeln, todmüde aber glücklich! Nach dem Wiedersehen mit Sieglinde, Bruno und Kati treffen wir noch einige bekannte Gesichter, bevor wir unsere Zimmer beziehen und erst einmal dem Kissenmagnetismus erliegen. Noch vor dem Abendessen gehen wir zum Strand, schließlich haben wir auch Urlaub! Zum Abendessen sind wir pünktlich, viel zu pünktlich, denn es gibt Riesenstau vor dem Salatbuffet. Da hilft nur zu spät kommen, dann ist der erste Andrang weg und man steht gleich vorn! Das servierte Menü ist lecker, daran wird sich das ganze Treffen auch nichts ändern. Zufällig hat Sieglinde an diesem ersten Tag des Treffens Geburtstag! Eine spontan organisierte kleine Sammlung ermöglicht eine wunderschöne Orchidee als Präsent, woraufhin sie sich mit Sekt revanchiert. Anschließend erkunden wir den Ort, leider ist Vorsaison und die meisten Geschäfte sind noch geschlossen. Das hindert uns aber nicht daran, in einem fast vollkommen leeren Café eine wirklich gute heiße Schokolade zu genießen. Das werden wir auf jeden Fall wiederholen müssen!

Sonnabend, 12.Mai 2012

Die hellen Sonnenstrahlen dringen ins Zimmer, der Wecker kreischt irgendwie viel zu zeitig los und trotzdem war der Schlaf im Gegensatz zu den letzten beiden Nächten eine echte Wohltat. Also hoch, etwas Wasser ins Zifferblatt geworfen, in Schale geschmissen und ab zum Frühstücksbuffet. Heiße Schokolade, Kaffee und frische Brötchen lassen den Tag angenehm beginnen. Die Geschicklichkeitsspiele am Strand verpassen wir mit Absicht, wir wollen nochmal nach San Marino und Nachmittag an den Strand, die Wetterprognose der nächsten Tage trübt die Stimmung der meisten Anwesenden. Mein Bruder mit Freundin möchte den Tag im Ort verbringen, wir brechen auf in Richtung Rimini und weiter nach San Marino. Die Fahrt auf den Monte Titano ist immer wieder ein Erlebnis, wir finden sogar den richtigen Parkplatz. Obwohl wir nicht zum ersten Mal hier sind, ist die Stadt in ihrer einmaligen Lage und den drei märchenhaften Burgen immer wieder faszinierend. Durch die Vorsaison ist der Stadtkern nicht so überlaufen, so kann man einen gemütlichen Schaufensterbummel machen, ohne gleich vom Touristenstrom mitgerissen zu werden. Das einzige Problem ist die stehende Hitze, es geht kein Lufthauch und die Sonne brennt. Die Altstadt ist überschaubar groß, sodass die besten Aussichtspunkte nach wenigen Stunden ohne Hast erreicht sind. Zum frühen Nachmittag geht's zurück zum Hotel, die Route macht diesmal einen Abstecher durch den historischen Stadtkern von Rimini. Im Hotel angekommen wird schnell umgezogen und es geht ab zum nahen Strand, denn noch scheint die Sonne! Das Wasser ist für diese Jahreszeit und die "Ostseeerfahrung“ schon erstaunlich warm. Leider verschleiert sich der Himmel zusehends und kühler Wind kommt auf. Die Wetterprognose holt uns in die Realität zurück und vermiest uns den morgigen Höhepunkt des Treffens. Noch lassen wir uns das alles nicht anmerken und schlendern zurück zum Hotel. Mit absichtlicher Verspätung kommen wir zum Abendessen, die Rechnung geht auf und es geht ohne Verzögerung direkt zum Salatbuffet. Im Anschluss an das Essen eröffnen Sieglinde und Bruno offiziell das Treffen. Die meisten Teilnehmer ziehen anschließend zur Hotelbar, wo der Abend feuchtfröhlich seinen Lauf nimmt. Wir schlendern noch einmal in das besagte Café und lassen den Tag mit einer wunderbaren Schokolade samt Eisbecher ausklingen.

Sonntag, 13.Mai 2012

Wieder kreischt der Wecker viel zu zeitig, nur diesmal kein strahlender Sonnenschein im Zimmer. Stattdessen hat man das Gefühl, dass die Windböen die Fenster eindrücken wollen, der Regen fällt fast waagerecht, die Temperatur ist auf etwa 10 Grad gefallen, die Stimmung ist schlagartig im Keller und auch durch das reichhaltige Frühstück nicht mehr zu retten. Doch vorher schießt es mir heiß und kalt durch den Kopf, dass ich irgendwas vergessen habe: Heute ist Muttertag!? So ganz ohne ein kleines Geschenk geht das ja nicht, oder? Sonntag, Vorsaison, mitten in Italien und früher Morgen, Topvoraussetzungen quasi! Sieglinde oder Bruno müssen es richten, was sie auch mühelos schaffen. Zwei Querstraßen weiter ist ein kleiner Laden, bis dahin bin ich wirklich am Klappern. Eingestellt sind wir auf Sommer und hier ist ein Anorak ratsam! Den Laden finde ich schnell, nur eben kein kleines passendes Geschenk. Ich hab eine angemessene Packung Pralinen im Hinterkopf, doch ist die da nicht zu finden! Nach gefühlten fünf Runden durch den Laden halte ich wenigstens eine einigermaßen anständige Zartbitterschokolade in den Händen, was deutlich besser als nichts ist! Nun ab zur Kasse und zurück ins Hotel, der Hunger ruft. Nach ein paar Minuten trabt die Kassiererin an und kämpft vor sich hin brabbelnd mit der elektronischen Kasse, die irgendwie aus ihrem Sonntagsschlaf nicht erwachen will. Irgendwann klappt auch das und so genießen wir anschließend ohne jeden Zeitdruck das Frühstück, denn das traditionelle Waschen und Polieren aller beteiligten Fahrzeuge ist heute vollkommen sinnlos. Die lästigen Insekten an der Fahrzeugfront sind längst beseitigt, heute müssen wir eher nasses Laub und kleine Äste vom Auto sammeln. Zum traditionellen Schmücken der Fahrzeuge gibt es Luftballons, von denen die meisten kurz nach dem Aufblasen platzen und die meisten "Überlebenden“ verpuffen kurz nach dem Anbinden durch den starken Wind. Es kommt eine Regenwolke nach der anderen angerauscht, es schüttet wie aus Kannen und Regenschirme haben im Wind keine Chance. Um die Mittagszeit geht's dann los, die Zweitakter erwachen in blauen Schwaden zum Leben und die Aufstellung beginnt. Es schüttet noch immer als die Polizeibegleitung kommt. Auf der Fahrt durch die Straßen stehen heute kaum Zuschauer, dieses Wetter vertreibt die meisten Touristen in die Hotelzimmer, die Scheibenwischer, liebevoll "Stummelchen“ genannt, arbeiten bis zum Marktplatz am Hafen durch. Normalerweise stehen alle an den Autos, beantworten mit Händen und Füßen die Fragen aller interessierten Besucher und hoffen auf viele Punkte für die anschließende Wahl zum schönsten Auto. Heute sieht das so ganz anders aus, der Platz ist bis auf weniger ganz harte Spaziergänger fast menschenleer, selbst die stolzen Fahrzeugbesitzer haben sich in die angrenzenden Bars und Cafés geflüchtet, es ist richtig kalt draußen. Wir haben ein Café mit ganz tollen Crêpes gefunden und haben direkte Sicht auf das Auto. Die erstaunlich junge Besitzerin spricht ganz passables Englisch und wir kommen ins Gespräch. Nach kurzer Zeit sind wir wieder aufgewärmt und haben mehr Crêpes im Magen, als sich Besucher auf den Marktplatz getraut haben. So beschließen wir, einen Abstecher auf die Mole zu unternehmen. Wenn der Sturm nicht gerade den Regen waagerecht fallen lässt, so krempelt er die Regenschirme um! An der Hafeneinfahrt angekommen, schauen wir den brechenden Wellen zu. Das Wasser ist schmutzig und aufgewühlt, so habe ich die ruhige blaue Adria noch nie gesehen, heute fliegt die Gischt weit landeinwärts. Lange ist es da nicht auszuhalten, der Ostwind ist wirklich eisig, viel zu kalt für Mai. Gestern haben wir noch am Strand die Sonne genossen und heute diese Szenerie! Zurück zum Markt schiebt uns der Wind, neugierige Besucher sind noch immer rar, also schnell wieder rein in die warme Bar, die nächste heiße Schokolade wartet schon! Gar nicht überraschend wird die Fahrzeugausstellung vorzeitig abgebrochen, sie ist regelrecht ins Wasser gefallen! Die Fahrt durch die Straßen zurück ins Hotel ist unspektakulär. Wettermäßig sind wir wohl alle verwöhnt durch die Vorjahre, auch die winkenden Menschenmassen suchen wir heute vergeblich. Zurück im Hotel schlägt ein Großteil der Teilnehmer die Zeit bis zum Essen an der Hotelbar tot. Nach dem Abendmenü folgt die Siegerehrung für das schönste Fahrzeug, die Verlosung für den siebentägigen Aufenthalt und natürlich das obligatorische Freibier vom Sponsor aus einer eigens dafür konstruierten Trabantmotorzapfanlage. Es sind ungeachtet des Wetters immerhin über 150 Stimmen von Passanten für die Fahrzeugbewertung abgegeben worden! Leider gehen wir bei den Preisen und auch der Verlosung leer aus. Immerhin gibt es ja noch die Schnitzeljagd als potentielle Chance! Kurz nach der Verleihung der Teilnehmerurkunden, es ist die Siebente für uns, lassen wir den Abend im Zimmer ausklingen und träumen vom Höhepunkt des nächsten Tages.

Montag, 14.Mai 2012

Der neue Morgen beginnt wesentlich ruhiger, der Wind drückt nicht mehr die Fenster ein und die Sonne versucht, die Wolken zu durchbrechen. Sogar San Marino ist in der Ferne wieder zu sehen! Also schnell runter, das Frühstücksbuffet wartet schon. Allerdings gibt es heute eine Busabfahrtszeit, die einzuhalten ist, wir können das Frühstück also nicht "ewig“ genießen. Irgendwann kommt der Bus, wir finden einen Platz und es geht los in Richtung Dosso zum Lamborghini-Museum. Die Fahrt ist recht unspektakulär, wir sind "nur“ passive Mitfahrer und haben Zeit für die Landschaft. Trotz Navigationssystem macht der Fahrer mehrmals Halt und fragt nach dem Weg, wir finden das Ziel aber dennoch. Am modern gehaltenen Museum begrüßt uns der Neffe des Firmengründers, Fabio Lamborghini, persönlich zur Führung durch die einmalige Sammlung. Wir sind begeistert über die Vielseitigkeit der Firma, die ihre Wurzeln im Nachkriegstraktorenbau hat. Neben den allseits bekannten Sportwagen wurden und werden sogar Getriebe- und Hydraulikkomponenten gefertigt, selbst ein Hubschrauber bereichert die Sammlung. Im Gegensatz zu einigen Sportwagenherstellern stellt Lamborghini die meisten Baugruppen selbst her und ist mit Recht stolz darauf. Gezeigt werden Fahrzeuge von den Anfängen mit dem Miura bis zum Countach. Ein Formel 1 - sowie ein UIM Class 1 Powerboat - Triebwerk runden die Sammlung ab. In beiden Klassen war und ist Lamborghini sehr erfolgreich und bei den technischen Daten beider Maschinen lässt sich eine Mischung aus purem Neid und Begeisterung nicht verleugnen. Aber mal ehrlich, ein 8.2 Liter V12 mit rund 1000 PS treibt ohne Frage Gänsehaut auf den Rücken, da kommen wir mit allem Stolz auf unsere zwei kleinen Töpfe unter der Haube dennoch ins Schwärmen! Mit einem Privatfototermin mit Fabio Lamborghini vor dem Countach geht die Führung zu Ende. Nun geht's in den Ortskern für einen kleinen Bummel, den wir zum Mittagessen nutzen. Im Anschluss besuchen wir ein Weingut und machen die Weinverkostung mit. Nach kurzer Zeit steigt die Stimmung ins Feuchtfröhliche und steigert sich noch mit jeder neugeöffneten Weinsorte. Am Ende können die Meisten wirklich froh sein, im Bus wieder "nur“ Mitfahrer zu sein. Besagte Stimmung flaut während der Busfahrt etwas ab, um nach dem Abendessen wieder einen Höhepunkt zu erreichen. Mit einigen Vorabinfos zur Schnitzeljagd am nächsten Morgen geht dieser ereignisreiche Tag zu Ende.

Dienstag, 15.Mai 2012

Wieder scheint die Sonne durchs Fenster, der Tag ist gerettet! Die Schnitzeljagd im Regen wäre wirklich enttäuschend. Also aufgeregt in die Klamotten springen und ab zum Frühstück, wir müssen schließlich unseren Startzeitpunkt einhalten. Kurz vor dem Start bekommen wir die Aufgaben nebst Streckenplan und kleiner Karte ausgehändigt. Da haben Sieglinde und Bruno wieder ganze Arbeit geleistet, die Anforderungen sind nicht ohne. Das Zählen der Springbrunnenfontänen ist ja kein Problem, aber so Sachen wie Artischockenpflanzen zu finden und festzustellen, was auf dem Feld hinter einem ganz bestimmten Schild wächst, wirft viele Fragezeichen in uns auf. Die einschlägigen Diskussionen dazu sollten noch abendfüllend werden! Für uns war es Knoblauch, doch in Wirklichkeit war es Porree. Wir trösten uns mit der Tatsache, dass kein Vergaser dran war und wir demzufolge auch keinen Plan davon haben (müssen). Das Fahrerische trat in den Hintergrund und doch waren die Aufgaben lösbar, wie uns die "Konkurrenz“ zeigte. Ziel der Schnitzeljagd ist der malerische Ort Montegridolfo, der auch geschichtlich eine große Rolle spielte. Das Mittagessen genießen wir in einem urigen Restaurant unter freiem Himmel, das Wetter gibt es her. Anschließend trennen wir uns in zwei Gruppen auf und besuchen zuerst den historischen Stadtkern. In vielen Orten der Emilia Romagna und der Provinz Rimini hat man das Gefühl, dass die Zeit stehengeblieben ist. Soviel alte Baustruktur ist erhalten geblieben, alles ist verschlafen und ruhig, viele Orte wirken wie ein bewohntes Freilichtmuseum. Besonders hat es uns der mittelalterliche Palazzo Viviani angetan, der zum idyllischen Hotel umgebaut wurde. Die gesamte Einrichtung ist authentisch und professionell restauriert, wirklich traumhaft! Danach besuchen wir das Museum der "Gotenlinie“, das an die Kämpfe im 2.Weltkrieg erinnert. Darin sind viele Fundstücke, Modelle und Propagandaschriften aller kriegführenden Nationen ausgestellt. Ein Zeitzeuge führt uns durch die Ausstellung, Sieglinde liefert die perfekte Übersetzung dazu. Anschließend geht's zurück ins Hotel Tilly zum Gruppenfoto. Dieses verpassen wir mit Absicht, denn wir wollen noch etwas das Hinterland erkunden, denn das ist landschaftlich mit den vielen kleinen Örtchen sehr reizvoll. Wir fahren einfach Richtung Westen weiter und entdecken einen Ort mit charakteristischer Burg, den wir unbedingt erkunden wollen. Wir finden heraus, dass er Mondaino heißt, auch hier ist die Zeit vollkommen stehengeblieben. In einer Seitengasse finden wir einen originalen uralten Fiat 500, den wir bei seiner Abfahrt unbedingt noch fotografieren müssen. Noch älter als das Auto sind nur die stolzen Besitzer, die uns freundlich zuwinken. Über die gewohnt kurvenreichen Straßen durch die Hügellandschaft fahren wir im weiten Bogen über San Marino zurück zum Hotel. Mit der geplanten Verspätung umgehen wir die Schlange am Salatbüffet und sind sofort an der Reihe, auch mit den einzelnen Gängen des Abendessens holen wir auf. Ganz getreu dem altbewährten Motto: Überholen ohne einzuholen! Anschließend erfolgt die Siegerehrung der Schnitzeljagd, die Anforderungen der gestellten Aufgaben werden lange und heiß diskutiert. Leider gehen wir auch hier leer aus, vor fünf Jahren lief es besser, aber der Spaß am Mitmachen steht schließlich an erster Stelle. Und aus Fehlern lernt man(n) bekanntermaßen, immerhin wissen wir jetzt, wie Porree in seiner Blüte aussieht, obwohl sich die Lager noch immer in Porree oder vielleicht doch Knoblauch spalten, und dass eine Artischockenpflanze gefordert war und Artischocken im Glas nicht dasselbe sind. Wenigstens haben wir diese aufgetrieben und bekanntlich zählt der Wille, wir haben es versucht! Bei der nächsten Fahrt muss das mobile Internet aushelfen, Frau Google kann so manche Frage aus dem Stehgreif beantworten, was uns ganz sicher hilfreich sein wird! Feuchtfröhlich geht auch dieser Abend mit einigen Verabschiedungen zu Ende, einige Teilnehmer werden schon morgen abreisen.

Mittwoch, 16.Mai 2012

Der Morgen beginnt mit einem Rütteln am Fenster, es ist frisch geworden und die Decke ist fast ein wenig dünn für die Temperatur. Wir hatten doch Sommer bestellt und was ist das da draußen? Alles grau in grau und der Sturm jagt die Wolken in Fetzen über den Himmel. Die Adria ist schmutzig grau und die Brandung bricht sich an der Steinschüttung gut 100 Meter vor dem Strand, der feine Sand wird bis in entfernte Seitenstraßen geblasen. Das Frühstück genießen wir heute ausgiebig und mit Strickjacke, den letzten Tag vor unserer Abreise wollten wir recht ruhig angehen. Eigentlich wollten wir heute zwei Motorroller ausleihen und nochmal ins Hinterland auf Entdeckertour, aber das können wir komplett vergessen! Am späten Vormittag schlendern wir zu Fuß los, dick eingepackt und vor dem Wind geschützt so gut es geht. Die Einheimischen tragen Anoraks! Die Tatsache der Vorsaison holt uns leider wieder ein! Am Wochenende beginnt hier der ganz große Andrang, die Lädchen, Boutiquen und Hotels werden aus dem Winterschlaf geholt und neu eingeräumt. Die wenigen geöffneten Geschäfte sind wie ausgestorben und über die Mittagszeit lange geschlossen. Auch hier hat sich Fernostware unübersehbar breit gemacht. So gehen wir die Strandpromenade nach Süden bis Gatteo a Mare, dem Nachbarort von Cesenatico. Bei dem Wetter ist es wirklich angebracht, stündlich ein Café aufzusuchen, um sich mit heißer Schokolade oder Cappuccino aufzuwärmen, die Sachen aus der Reisetasche sind für den italienischen "Sommer“ eher untauglich. So schlagen wir uns bis zum späten Nachmittag durch und lassen uns vom starken Südostwind nach Hause schieben. Am menschenleeren Strand fangen wir noch ein paar Fotoimpressionen ein, bevor wir ans Abendessen denken. Die letzten Stunden lassen wir bei einer Abschiedsschokolade in unserem Lieblingscafé ausklingen.

Donnerstag, 17.Mai 2012

Wir frühstücken noch vor den Anderen, weil wir dem Stoßverkehr nach Norden zuvorkommen werden. Diesen besonderen Service gewährt uns Sieglinde jedes Jahr, was wir sehr dankbar aufnehmen. Wir fahren die erste Etappe getrennt, mein Bruder samt Freundin bricht um 5 Uhr 30 eine Stunde früher in Richtung Norden auf, wir folgen mit dem Nissan. Nach der Stärkung heißt es, das Gepäck ins Auto zu schleppen. Obwohl wir verhältnismäßig wenig mithaben, sind noch einige Geschenke und Souvenirs dazugekommen, und das passt irgendwie kaum noch in den Kofferraum. Irgendwie klappt´s dann doch noch und wir brechen mit gewohnter Verspätung, aber ohne jede Hektik auf. Das Thermometer zeigt 6 Grad Celsius und die Pappe wieder ohne Heizung! Immerhin ist der Himmel wolkenlos, es könnte ja doch noch warm werden?! Sieglinde sagte uns gestern Abend noch, dass auf dem Brenner Schnee gefallen ist, also nur gut, dass wir nicht gestern gefahren sind! Mit einem traurigen Abschiedswinken rollen wir aus Cesenatico, wieder ist ein tolles Treffen zu Ende, leider viel zu schnell. Nun gilt es, die Pappe wieder einzuholen. Mal sehen, wann und wo uns das gelingt! Bis Ravenna geht´s auf der SS309, dann über Nebenstraßen der ruhigen Frauenstimme folgend über Rovigo, Padua, Vicenza und Trento in Richtung Brenner. Auf der Stadtumgehung von Padua machen wir Pause, einige Kilometer haben wir weg, aber die Pappe haben wir nicht eingeholt. Da mein Bruder exakt die gleiche Strecke im Navi hat, sollten wir ihn ja irgendwo überholt haben. Er sollte mich auf an bestimmten Punkten anklingeln, aber nichts kam. Die Fragezeichen häufen sich, wir tanken erst einmal und futtern uns durch die Vorräte. Mitten im Labern höre ich ein unverwechselbares Geräusch, die Pappe sägt mit einem tollen Sound auf der Schnellstraße an uns vorbei, die Farbe ist unverwechselbar und sticht aus dem Verkehr heraus. Irgendwo muss er also einen Miniumweg gemacht haben, sodass er hinter uns war. Egal, er ist da und nichts ist passiert, wir hatten kaum 15 Minuten Vorsprung auf rund 200 Kilometern Landstraße mit Schnellstraße. Also alles einpacken und die Verfolgung aufnehmen! Auf Nebenstraßen geht's im Kolonnenverkehr weiter, nach rund 45 Minuten ist er vor uns und gibt das Tempo an. Ab Trento geht's durch das noch breite Tal zum Brenner hoch. Die nächste Pause machen wir gemeinsam irgendwo kurz vor Bozen. Die Erklärung für das ausbleibende Anklingeln mit dem Telefon ist schnell gefunden, er hatte keine Ländervorwahl für Deutschland abgespeichert. Wir haben so ziemlich an alles gedacht, aber nicht daran! In Sterzing gibt's die letzte Pause in Italien, wir brauchen noch Südtiroler Speck und ein paar andere Leckereien. Obwohl die Sonne scheint, ist es windig und sehr kühl. Kein Wunder, gestern hat es hier schließlich geschneit! Ohne Probleme schrauben wir uns den Brenner hoch und nach Innsbruck wieder runter. Nach wenigen Kilometern in Österreich kommt eine rote Kelle von der rechten Straßenseite, Polizeikontrolle! Die höflichen, aber reservierten Beamten kontrollieren die Trabipapiere mit verwunderten Blicken, an uns sind sie überhaupt nicht interessiert, und lassen uns nach wenigen Minuten weiterfahren. An unserer Standardtankstelle in Völs bei Innsbruck bunkern wir gegen 16 Uhr 30 wieder alle Kanister mit Aufsatzbrettern voll, der Sprit ist hier ein Stück günstiger als bei uns und läuft auch besser. Den Zirler Berg mit seiner starken Steigung meistern wir auch, der Trabiauspuff dürfte wieder komplett freigeblasen sein. Zumindest riecht es "angenehm“, wenn man hinterherfährt. Ab etwa Seefeld in Tirol liegen "Lauermänner“ auf den Wiesen und im Straßengraben, es hat also wirklich geschneit! Kurz hinter der Grenze treffen wir drei Fahrzeuge von der Trabifamilie Berlin, sie sind nach uns los, aber auf der Autobahn. Mit Viertaktern ist das auch kein so großes Problem. Sie wollen heute noch bis Berlin hoch?! Unser Beileid ist ihnen sicher, das ist noch ein ziemlicher Ritt, wenn auch auf der Autobahn!!! Wir haben es für heute fast geschafft, noch wenige Kilometer bis Saulgrub, wo wir unsere Übernachtung bestellt haben. Unsere Vermieter kennen uns schon von den Vorjahren, allerdings sind wir da nie mit zwei Autos und sechs Leuten angekommen. Das ist aber alles kein Problem, was wir bei der freundlichen Begrüßung feststellen. Es ist etwa 18 Uhr, nach 624 Kilometern ist das Tagwerk geschafft. Wir beziehen unsere Zimmer und wenn wir jetzt noch ein leckeres Abendessen finden, so ist wirklich alles in bester Ordnung. Der Urlaubsort ist überschaubar groß, wir entschließen uns für ein Restaurant etwas abseits der Straße und entscheiden uns für etwas typisch Bayerisches zum Abend. Mit vielen Eindrücken der heutigen Fahrt geht der Tag zu Ende.

Freitag, 18.Mai 2012

Die ersten Sonnenstrahlen wecken uns sanft, der Himmel ist wolkig und noch ist es recht kühl. Die Schneereste der umliegenden Berge wirken wie Puderzucker. Wir packen alles zusammen und freuen uns auf das Frühstück. Die heutige Etappe fahren wir wieder getrennt, der Nissan auf der Autobahn, wir kämpfen auf Landstraßen. Um 8 Uhr 30 brechen wir auf, unsere Vermieter geben uns noch ein Foto vom Vorjahr mit und verabschieden uns herzlich. Mein Bruder fährt die ersten Kilometer, wir vertrauen dem Navi. Es gibt auch in Bayern einige Umweltzonen und größere Städte meiden wir ohnehin gern. In Deutschland kann man dem Navi mit der kürzesten Strecke durchaus trauen, ohne gleich auf einem Feldweg zu landen. Also folgen wir herrlich kurvigen Nebenstraßen durch abgelegene Örtchen und kommen gut voran. Die Sonne versteckt sich hinter den Wolken, Nieselregen fällt und es wird irgendwie nicht warm. Vor ein paar kleineren Umleitungen sind wir auch hier nicht gefeit, also hat das Navi mit Routenneuberechnungen gut zu tun. Bis 11 Uhr 30 haben wir schon 164 Kilometer abgespult. Also eine kurze Rast, Trabi und Besatzung füttern, nach ein paar Minuten geht es weiter. Als wir den Main-Donau-Kanal überqueren, reißt der Himmel langsam wieder auf, die Sonne kommt zurück. Der Zweitopf unter der Motorhaube mag kühle Temperaturen mit viel Sauerstoff in der Luft, da zieht er prima und klingelt nicht. Gegen 14 Uhr finden wir in einem größeren Ort eine Bäckerei, wo wir unser Mittagessen mit Kuchen und heißer Schokolade samt Kaffee nachholen. Zugegebenermaßen sieht unsere Bestellung für nur zwei Leute schon ziemliche "verfressen“ aus, was sich im Blick der freundlichen Verkäuferin auch widerspiegelt. Die restliche Strecke bis nach Hause fahre ich, nach der Fahrt im Nissan muss ich mich wieder umgewöhnen! Jetzt zählt nur, so cool wie möglich den Parkplatz zu verlassen und zurück auf die Hauptstraße zu kommen. Das Ordnungsamt baut gerade einen Blitzer auf und schaut uns hinterher. Gegen 16 Uhr fahren wir auf der B2 nach Thüringen rein. Dem Straßenverlauf folgen wir bis kurz vor Leipzig, die gut ausgebaute Strecke mit wenigen Orten und vielen Kurven macht Spaß. Viel Verkehr ist für Freitag auch nicht und wir fahren bis kurz vor Zwenkau. Da gibt's eine letzte Pause, zum letzten Mal etwas Sprit nachtanken und die Proviantreste wegfuttern. Wir sind uns einig, dass wir für die Umfahrung der Leipziger Umweltzone keine Experimente mehr eingehen und ein paar Kilometer Autobahn fahren. Also ein Stückchen A38 und etwas A14. Den Rest bis Machern auf der B6 und dann rüber nach Kossen. 18 Uhr 48 rollen wir nach 571 Tageskilometern auf den Hof. Geschafft!

Nachwort

Neun Tage vorher sind wir mitten in der Nacht aufgebrochen, seitdem haben wir viele Eindrücke gewonnen und noch mehr erlebt. Das Auto hat uns gewohnt zuverlässig 2.659 Kilometer über die Alpen und zurück gebracht. Etwa eine Woche später war das schwere Erdbeben in der Emilia Romagna, was auch den kleinen Ort Dosso nicht verschonte, in dem wir das Lamborghini-Museum besucht haben. Die Erschütterungen waren noch in Cesenatico spürbar, auch wenn es dort keine Schäden oder Menschenleben zu beklagen gab. In den nächsten Tagen traten noch Nachbeben mit weiteren Zerstörungen auf. Das kommt mir alles vor wie gestern und liegt doch schon wieder drei ganze Monate zurück.
Jetzt sitze ich hier in dieser unwirklichen Szenerie, das grelle Licht auf dem Arbeitsdeck unter mir, die pechschwarze Nacht um das Schiff herum, und spüre die gleiche Müdigkeit wie im Mai. Ich muss nur die Augen schließen, um das Vogelzwitschern im Morgengrauen zu hören. Die heiße Luft vom Motor, den Benzingeruch und das Knistern vom Auspuff kann ich noch immer spüren. Es fehlt nur der Geruch der feuchten kühlen Morgenluft, doch auch dieser Umstand vermag das Lächeln bei allen Gedanken an diese Fahrt nicht aus meinem Gesicht zu vertreiben.

Bericht der Gebrüder Steinhilber
Bewerten - Schlecht Gut · 26 Bewertungen · Note Befriedigend

Meinungen zum Thema (2)

  • 2012-12-16 09:36:34
    Sehr nett geschrieben, ein bischen Wehmut entsteht
    bei mir, weil ich leider keine Zeit hab solche Touren zu fahren.
    ( Den Trabi hab ich vorrübergehend meinen Kindern überlassen.

    Gruß Klaus
  • 2013-01-06 12:00:44
    Hoffentlich habt ihr auch die Einladung für 2013 erhalten.
    Damit ihr wieder so einen schönen Bericht schreiben könnt. ;-)
    Mit freundlichen 2-Takt-Grüßen Hajo
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