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Betriebsanleitung Trabant

Betriebsanleitung Trabant von 1987

Wer wollte nicht schon immer mal in alle Geheimnisse des Trabant eingeweiht werden. Hier die komplette Ausgabe der Betriebsanleitung für den Personenkraftwagen Trabant 601, 601 S, 601 S de luxe, herausgegeben 1987 vom "VEB Fachbuchverlag Leipzig".

3.07 Wartung und Pflege Reifenpflege

2006-08-30 20:46:53 Geändert: 2008-10-25 17:05:56 (3) (Gelesen: 9769)

Bild 42Nicht nur falscher Reifenluftdruck, sondern auch Ihre Fahrweise haben großen Einfluss auf den Reifenverschleiß. Überlastung,starke Sonnenbestrahlung sowie Kraftstoff und öl vermindern die Lebensdauer der Reifen. Es ist immer auf den richtigen Reifenluftdruck zu achten. Aus Sicherheitsgründen darf bei schlauchlosen Reifen im Fahrbetrieb nicht unter 0,1 MPa (1 kp/cm2) gefahren werden.
Bei einem Reifenluftdruck unter 0,05 MPa (0,5 kp/cm2) besteht die Gefahr, dass bei extremen Fahrbedingungen Undichtheiten auftreten oder der Reifen von der Felge gedrückt wird.
Um die ungleichmäßige Abnutzung der Bereifung durch unterschiedliche Belastung, Wölbung der Fahrbahn usw., auszugleichen, wird bei der Verwendung von Diagonalreifen dringend empfohlen, die Räder alle 5000 km auszutauschen (Bild 42). Bei Verwendung von Radialreifen ist bei Einhaltung der vorgeschriebenen Vorspur (2 bis 4 mm) dieser Wechsel nach dem Schema nicht erforderlich. Sollten dennoch Radial- und Diagonalreifen eine einseitige Abnutzung aufweisen, so empfiehlt es sich, dieselben auf der Felge zu drehen, ohne einen Austausch der Räder untereinander vorzunehmen. Tritt nur an einem Reifen anormaler Verschleiß auf,so ist in jedem Fall die Ursache festzustellen und die notwendige Korrektur vornehmen zu lassen.
Sollten die Reifen der Hinterräder einseitige Abnutzung des Profils aufweisen, so empfiehlt es sich, dieselben auf der Felge zu drehen. Um Beschädigungen an der Dichtfläche zu vermeiden, ist diese Arbeit von einem Fachmann durchführen zu lassen.

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3.08 Wartung und Pflege Korrosionsschutz

2006-08-30 20:54:04 Geändert: 2008-10-25 17:09:56 (3) (Gelesen: 9762)

Die Fahrzeuge "Trabant" des VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau werden mit Sachkenntnis produziert. Sie bedürfen darüber hinaus einer regelmäßigen Wartung und Pflege, um die Einsatzbereitschaft und Betriebssicherheit jederzeit zu gewährleisten.

Außerdem lassen sich Korrosionserscheinungen als Folge des normalen Gebrauches bzw. Verschleißes, auch unter Beachtung der gegebenen Umweltbedingungen, durch konsequente Anwendung der nachfolgend gegebenen Hinweise zur Fahrzeugpflege günstig beeinflussen. Das Beachten der gefährdeten Bereiche und die normale Pflege müssen nach der Inbetriebnahme des Fahrzeuges erfolgen. Ein absolut gegen Korrosion geschütztes Fährzeug gibt es nicht. Auch der PKW "Trabant" besteht aus einem Stahlblechgerippe und hat demzufolge eine ganze Reihe freiliegender Blechteile. Dazu gehören die Trägergruppe, die Einstiegleisten, die Tür- und Fensterholme, die Front- und Heckpartie und die Hecktür des "Universal". Diese und andere Karosserieteile weisen auf Grund der konstruktiven Ausführung Blechüberlappungen, Kanten und Falze sowie Schweißverbindungen auf. Weiterhin sind am gesamten Fahrzeug Bohrungen, Niet- und Schraubverbindungen (z. B. Duroplastteilbefestigung) vorhanden, welche unter Berücksichtigung der technologischen Verarbeitungsfolge Korrosionsansatzpunkte bilden können. Vom Fahrzeughersteller ist der Unterboden der Karosserie einschließlich der Radkästen mit dem Dauerbodenschutzmittel "Ubotex85" beschichtet. Die Hohlräume der beiden Längsträger und des Querträgers vorn sind ebenfalls serienmäßig mit einer schützenden Bitumenmasse konserviert. Um die aufgetragenen Schutzfilme in ihrer Wirksamkeit zu erhalten und die Lebensdauer des Gesamtfahrzeuges zu erhöhen, wird folgender Zyklus für die Durchführung von zusätzlichen Korrosionsschutzmaßnahmen von Seiten des Fahrzeughalters während der Nutzung des "Trabant" empfohlen.

Konservierung des Neufahrzeuges beim Kilometerstand 0 ... 3 000 km

  • Hohlraumkonservierung mit "Elaskon K 60 ML".
  • Bodenschutzbehandlung mit Dauerbodenschutz oder Saisonbodenschutz (Kraftfahrzeugunterboden). In das Gesamtsystem der Bodenschutzbehandlung sind die Bremsleitungen mit einzubeziehen. Die Drehstromlichtmaschine ist bei der Bodenschutzbehandlung abzudecken.
  • Kantenschutz (erweiterter Steinschlagschutz)
    Zweckmäßig ist auch die Abdichtung der Radausschnittkanten (Verbindung Blech - Duroplast) und der freistehenden Kanten an den Einstiegleisten mit "Cenusil" oder ähnlichen Stoffen.
  • Einsprühen aller beweglichen Fahrwerkteile und des Motorraumes mit Graphitlösung. Die Häufigkeit dieser Pflegearbeit richtet sich über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeuges nach den Einsatzbedingungen und der Fahrleistung pro Jahr, ist aber mindestens je einmal vor und nach der Winterperiode notwendig. Das Benetzen von Gummiteilen ist zu vermeiden.
  • Montage von wirksamen Spritzlappen vorn.

Diese hier beschriebene Erstbehandlung Ihres Fahrzeuges sollten Sie zweckmäßigerweise von einer autorisierten Fachwerkstatt im Service-Bereich ausführen lassen. Das gleiche trifft für die nachfolgenden Hohlraumkonservierungen zu.

Konservierung nach spätestens einem Jahr

  • Nachkonservierung der Hohlräume mit "Elaskon K 60 ML".
  • Steinschlagstellen am Unterboden ausbessern, wenn nötig, vorher verschleifen bzw. penetrieren.

Konservierung nach 3 ... 4 Jahren

  • Nachkonservierung der kritischen Hohlräume.
  • Kontrolle und Nacharbeiten des Bodenschutzes an allen schadhaften Stellen (Roststellen penetrieren bzw. mit einer geeigneten Rostschutzgrundfarbe vorbehandeln).

Konservierung nach 7 ... 10 Jahren

  • Nachkonservierung der kritischen Hohlräume.
  • Nacharbeiten bzw. Erneuern des Bodenschutzes in den Radkästen und an Steinschlagstellen.
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3.09 Wartung und Pflege Allgemeine Hinweise

2006-08-30 20:55:49 Geändert: 2008-10-26 10:47:40 (4) (Gelesen: 9733)
  • Die Voraussetzung für die Durchführung der Bodenschutzbehandlung ist ein schmutz- und fettfreier Fahrzeugboden (Auslieferungszustand bzw. Neufahrzeug).
  • Der oben angeführte Zyklus ist auf die Verarbeitung eines Dauerbodenschutzmittels mit einer Haltbarkeit von 100 000 km abgestimmt.
  • Da Saisonbodenschutz etwa 1/2 Jahr bezüglich seiner Korrosionsschützenden Eigenschaften wirksam ist und keinen Steinschlagschutz bietet, sind entsprechende Nachkonservierungen zu empfehlen.
  • "Elaskon KöO ML" ist ein Hohlraumkonservierungs- bzw.. Bodenpflegemittel. Für das Einsprühen des Fahrwerkes ist Graphitöl zu verwenden.
  • An der Fahrzeugoberseite sind vorzugsweise die nachfolgend aufgeführten Karosserieteile mit Schutzwachs zu konservieren:
    • Wasserablaufrinne im Motor- und Kofferraum
    • Türausschnitt rechts und links
    • Türholme
    • Einstiegleisten
    • Blechüberlappungen sowie Kanten und Falze

    Das Schutzwachs verhindert Ablagerungen an den besonders durch Korrosion gefährdeten Stellen, so dass direkte Einwirkungen auf Lack und Blech auf ein Mindestmaß beschränkt werden.

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3.10 Wartung und Pflege Karosserie- und Lackpflege (Bild 43)

2006-08-30 20:57:11 Geändert: 2008-10-25 17:13:18 (3) (Gelesen: 9731)

Neue Fahrzeuge dürfen in den ersten 6 ... 8 Wochen nur mit viel klarem Wasser gewaschen werden, da frischer Lack noch aushärten muss.
Zu beachten ist, dass das Fahrzeug während der Pflege keiner direkten Sonnenbestrahlung oder starker Zugluft ausgesetzt ist.
Achtung! Beim Waschen und Abspülen ist darauf zu achten, dass kein Wasser oder Sprühmittel in die Bremstrommeln gelangt. Auf jeden Fall ist danach die Bremswirkung zu überprüfen.
Ältere Fahrzeuge zeigen verschiedene Verschmutzungsschichten. Diese sind zum Teil wasserlöslich oder durch chemische Mittel, wie Auto-Shampoon usw., zu entfernen.
Hauptbestandteile der Verschmutzung sind Reste von Auspuffgasen, Ruß- und Schwefelteilchen aus Industrieabgasen, Teer und Bitumen, Fett- und Ölrückstände. Nach dem Waschen kann die Lackierung auf Beschädigungen und Korrosionsstellen überprüft werden. Dabei sind besonders die Blechkanten, -überlappungen und- falze zu beachten. Festgestellte Schäden sind zu verschleifen bzw. mit Penetriermittel zu behandeln und mit Farbe auszubessern.
Steinschlagstellen können mit der Pinselspitze aufgetupft werden.

Bild 43
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3.11 Wartung und Pflege Waschen

2006-08-30 20:59:53 Geändert: 2008-10-26 10:55:18 (3) (Gelesen: 9729)

Das Fahrzeug wird zweckmäßig mit einem verteilten Wasserstrahl abgespritzt, damit der Straßenschmutz aufweicht. Dann spült man mit Schwamm und reichlich Wasser, dem auch Shampoon zugesetzt werden kann, den Schmutz ab. Anschließend wird gründlich nachgespült und das Fahrzeug trocken geledert. Seife, alkalische oder sodahaltige Waschmittel dürfen nicht verwendet werden. Bei Motorraumwäsche ist das Steuerteil der elektronischen Batteriezündanlage sowie der Geber der Kraftstoffmomentanverbrauchsanzeige vor direkter Spritzwassereinwirkung zu schützen.

Konservieren

Eine Konservierung macht sich erforderlich, wenn das Wasser nicht mehr vom Lack perlt.
Konservierende Mittel sind schleifmittelfreie Erzeugnisse, die durch Witterungseinflüsse verloren gegangene Fettstoffe zuführen und Wasserabweisende Eigenschaften besitzen.

Polieren

Polieren wird nur notwendig, wenn durch Alterserscheinungen und Witterungseinflüsse der Lack unansehnlich geworden ist und sich durch Behandlung mit Konservierungsmittel kein Hochglanz erzielen lässt.

Entfernen von Teerflecken

Nicht mit Benzin, sondern mit Teerentferner entfernen. Leichte Flecke lösen sich auch schon mit Shampoon.

Reinigen der Innenausstattung

Die Reinigung erfolgt im allgemeinen mit Staubsauger, einer Bürste oder wasserlöslichem Schaumreiniger.
Auf keinen Fall für die Sitze chemische Reinigungsmittel, wie Fleckenwasser usw., benutzen.

Reinigen der Sicherheitsgurte

Um die Festigkeit des Gurtes nicht zu beeinträchtigen, ist folgendes zu beachten:

  • Der Gurt darf nicht mit chemischen Mitteln behandelt werden.
  • Zur Reinigung dürfen nur Feinwaschmittel für synthetische Fasern und handwarmes Wasser (30 °C) verwendet werden.
  • Der Gurt darf nicht bei Temperaturen über 80 °C oder bei direkter Sonnenbestrahlung getrocknet werden.
  • Der Gurt darf nicht gebleicht oder umgefärbt werden.

Pflege blanker Teile

Chromteile, Zier- und Abschlussleisten können mit säurefreiem Fettkonserviert werden. Zum Polieren ist ein Chromputzmittel zu verwenden.

Reinigen der Scheiben

Die Fenster sind mit einem sauberen Schwamm zu reinigen. Bei starker Verschmutzung kann man sich mit einem handelsüblichen Glasreinigungsmittel oder lauwarmem Wasser helfen. Die Windleitbleche dürfen nur mit Wasser gereinigt werden.
Die Gummiteile sind zur Vermeidung von Alterungserscheinungen mit Glyzerin zu behandeln.

Reinigen der Instrumententafel

Die Instrumententafel ist mit Tüpfellack gespritzt und darf nur mit Seifen- oder Fitwasser gereinigt werden.

Türschlosspflege

Tür- und Kofferraumschloss sind mit Silikonöl, das bis - 40 °C kältebeständig ist, einzusprühen. Ein Nachölen macht sich besonders bei Winterbeginn notwendig. Bei Fahrzeugen, die täglich in Betrieb sind, wird zweimal im Monat eine Ölung empfohlen. Zum Ölen ist nur Silikonöl zu verwenden. Dabei ist zu beachten, dass die Schlösser trocken sind und dass das Öl möglichst tief in den Zylindergebracht wird. Zur Vermeidung von Korrosionsschäden sind die Schlösser beim Wagenwaschen abzudecken.
Besonders schädlich wirken Autoschnellreiniger, Fit, Fleckenwasser usw.

Reinigen der Motor-Schallschluckhaube

Um ein vorzeitiges Altern oder Verhärten des Kunstleders zu vermeiden, ist die Haube vor Kraftstoff, Öl und Lösungsmitteln zu schützen. Die Pflege und das Reinigen der Haube erfolgen mit handelsüblichen Pflege- und Reinigungsmitteln.

Pflege der Scheibenwischer

Die Scheibenwischergummis, insbesondere die Wischlippe, sind durch leichtes Längsstreichen mit einem Schwamm unter Verwendung von warmem Seifenwasser von anhaftendem Schmutz zu reinigen. Sind die Gummis verhärtet oder die Wischlippe beschädigt, sind sie auszuwechseln. Die Gelenke an Wischerarm und Schiene sind im Sommer alle drei Monate, im Winter jeden Monat leicht zu ölen.

Fahrzeug außer Betrieb setzen

Wird ein Fahrzeug für längere Zeit abgestellt, so ist zur Vermeidung von Korrosionsschäden eine gewisse Pflege erforderlich.
Grundsätzlich soll das Fahrzeug nur nach einer längeren Fahrt, wenn der Motor gut durchgewärmt und keine unnötigen Verbrennungsrückstände mehr vorhanden sind, abgestellt werden. Bleibt das Fahrzeug länger als 2 ... 3 Wochen stehen, so ist der Gummischlauch vom Vergaser zu ziehen und in den Vergaserstutzen etwa 10 cm3 Motorenöl zu füllen. Durch mehrmaliges Gasgeben wird dieses vom Motor angesaugt, der im Anschluss daran abzustellen ist. Vor dem Abstellen Fahrzeug waschen, laut Schmierplan abschmieren und die Bodengruppe mit Graphitöl einsprühen. Lack-, Chrom- und blanke Teile konservieren, alle Gummiteile an den Fenstern usw. mit Glyzerin behandeln. Dann Fahrzeug hoch bocken, und zwar so, dass die Federn entlastet werden. Die Böcke sind hierzu unter die Bodengruppe, jeweils neben die Aufnahmen für den Wagenheber, zu stellen.
Jetzt wird der Kraftstoffhahn geschlossen, die Handbremse gelöst und die Batterie ausgebaut. Nach erfolgter Batteriepflege wird diese in einem kühlen trockenen Raum aufbewahrt.
Bevor das Fahrzeug abgedeckt wird, sind zur gleichmäßigen Temperierung die Seitenfenster zu öffnen. Besteht die Möglichkeit, die Reifen vor der Wiederinbetriebnahme auf den normalen Luftwert aufzupumpen, so kann die Hälfte des vorhandenen Luftdruckes abgelassen werden.
Soll das Fahrzeug länger als 2 Monate abgestellt werden, macht sich eine Motorkonservierung erforderlich. Hierzu werden zuerst die Zündkerzen herausgeschraubt und der Vergaser entleert.
In jeden Zylinder sind 5 ... 10 cm3 Motorenöl einzufüllen und der Motor von Hand am Keilriemen mehrmals durchzudrehen, die Zündkerzen wiedereinzuschrauben und der Vergaser wieder vollaufen zu lassen. Vor der Wiederinbetriebnahme ist der Vergaser zu reinigen, die Zündkerzen zu überprüfen und der Motor ohne Zündkerzen kurz zu starten. Bei der anschließenden Fahrt die ersten 20 bis 30 km etwas verhalten fahren.

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