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Ratgeber Trabant

Ratgeber Trabant

Fahrzeughandhabung und -pflege, Fahrzeugwartung und -reparatur, nützliche Ergänzungen, Fahrerfahrungen.
1. Auflage 1987 aus dem "transpress VEB Verlag für Verkehrswesen".

065 Lenkung

2004-02-03 00:00:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (2) (Gelesen: 5769)

Vom Lenksystem des Trabant - er besitzt eine Zahnstangenlenkung (Bild 2.71) - muss der Fahrzeugbesitzer wissen, dass die Zahnstange, die das Einschlagen der Vorderräder über die Spurstangen, die Spurstangenhebel und die Schwenklager ermöglicht, von einem Zahnrad (Ritzel) bewegt wird. Unerwünschte Spiele im System Zahnstange/Ritzel, zurückzuführen auf normalen Verschleiß infolge der im Fahrbetrieb recht hohen Beanspruchung von Zahnstange und Ritzel, müssen bei den Durchsichten des Fahrzeugs darum auch regelmäßig beseitigt werden. Und das ist auf folgende Art möglich:

Lenkstock einstellen

Zwecks Neueinstellung des richtigen Spieles an Ritzel und Zahnstange muss das Fahrzeug vorn angehoben werden, und zwar so weit, dass beide Vorderräder vom Boden abheben, sich die Lenkung also frei bewegen lässt. Danach wird es durch Unterstellböcke gesichert. Jetzt wird die in Bild 2.71 mit dargestellte Einstellschraube nach Lösen der Kontermutter so weit hineingedreht, bis am Lenkrad keine axiale Bewegung mehr möglich ist. Danach wird die Exzenterbuchse in die richtige Lage gebracht. Hierzu werden die in Bild 2.71 gleichfalls dargestellten beiden Flanschbefestigungsschrauben gelöst und die Exzenterbuchse selbst so in Fahrtrichtung nach rechts gedreht (mittels eines Domes, angesetzt in den Kerben des Verstellringes), bis beim Bewegen des Lenkrades in Geradeausstellung der Vorderräder ein leichter Druckpunkt zu spüren ist. Dieser Druckpunkt darf wirklich nur leicht zu spüren sein, anderenfalls geht die Lenkung später zu "hart". Ferner besteht die Gefahr, dass das Lenkgehäuse bricht. Ist dieser Zustand erreicht, werden die beiden Flanschbefestigungsschrauben wieder festgezogen, wobei sehr sorgfältig gearbeitet werden muss. Zu wenig angezogene Schrauben führen in der Folge zum selbsttätigen Verstellen der Exzenterbuchse (Festgehen der Lenkung), zu fest angezogene Schrauben zum Bruch des Lenkgehäuses (erheblicher Reparaturaufwand). Das vorgeschriebene Anzugsmoment für die beiden  Flanschbefestigungsschrauben beträgt 7 bis 9 Nm (0,7 bis 0,9 kpm). Bei der anschließend angebrachten Probefahrt wird auffallen, dass die Vorderräder und damit das Lenkrad nach Kurvendurchfahrten von allein nicht ganz in die Geradeausstellung zurückgehen. Der am Lenkstock neu eingestellte Druckpunkt verhindert das. Nach etwa 500 km Fahrt ist das aber nicht mehr spürbar; die Lenkung hat sich wieder eingespielt.
Das beschriebene Einstellen der Lenkung ist insbesondere für diejenigen Trabant-Fahrer von Bedeutung, die ihr Fahrzeug nach Ablauf der Garantiezeit selbst betreuen, vernachlässigten und vernachlässigen sie doch bis heute die Wartung der Lenkung und damit des Lenkstockes. Viele von ihnen mussten deshalb auch schon nach etwa 30 000 km einen neuen Lenkstock in ihr Fahrzeug einbauen lassen, weil der alte Lenkstock infolge des versäumten regelmäßigen Nachstellens ganz einfach verschlissen war, obwohl gerade der Lenkstock des Trabant eine Lebensdauer von rund 100 000 km hat.

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066 Gewebescheibe kontrollieren

2004-02-03 00:00:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (3) (Gelesen: 5738)

Die Gewebescheibe als Übertragungselement der Lenkkräfte von der Lenksäule auf den Lenkstock - sie sitzt im Fahrgastraum im unteren Lenksäulenbereich -, muss gleichfalls regelmäßig auf Intaktheit kontrolliert werden (Bild 2.72). Um das mit Erfolg tun zu können, wird das Lenkrad zunächst einmal bis zum rechten, danach bis zum linken Anschlag gedreht. Wird dabei versucht, das Lenkrad über den jeweiligen Anschlag hinaus weiterzudrehen und die Gewebescheibe beobachtet, kann man sehen, ob sich die Befestigungslöcher für die Halteschrauben vergrößert haben oder aber die Scheibe selbst vielleicht sogar eingerissen ist. In beiden Fällen besteht größte Gefahr. Die Gewebescheibe muss sofort erneuert werden. Anderenfalls könnte die Lenkung ausfallen (Unfallgefahr!).

Bild 2.72 Gewebescheiben der Lenkung; links neuere Ausführung, rechts ältere, infolge locker gewordener Halteschrauben verschlissene Ausführung

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067 Festsitzkontrolle Lenkungsteile

2004-02-03 00:00:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (1) (Gelesen: 5735)
Fester Bestandteil jeder Durchsicht des Fahrzeugs muss die Kontrolle der Lenkungsteile auf Festsitz sein. Das sind Lenkrad, Lenksäulenkupplung, Lenkgehäuse und Spurstangen.
Das Lenkrad, mittels eines Kerbstiftes auf der Lenksäule gehalten, wird festgeklemmt, am besten mit einem passenden Schraubendreher im Schlitz der Lenksäulenkupplung. Versucht man jetzt, das Lenkrad zu drehen, darf am Lenkrad keine Bewegung zu spüren sein. Ist eine Bewegung spürbar, ist entweder der Kerbstift herausgewandert oder aber sind die Bohrungen in der Lenksäule ausgeschlagen. In letzterem Fall ist es erforderlich, eine neue Lenksäule zu montieren.
Die Lenksäulenkupplung, oberhalb der Gewebescheibe sitzend, ist mittels einer Klemmschraube arretiert. Diese Schraube ist mit einem 13er oder 14er Maulschlüssel nachzuziehen.
Das Lenkgehäuse wird von zwei Schrauben gehalten. Sie lassen sich mit einem 17er Maulschlüssel nachziehen. Der Lenkstockhebel, unterhalb der Zahnstange im Motorraum sitzend, wird von einer Mutter gehalten. Sie lässt sich mit einem 22er Maulschlüssel nachziehen.
Die Spurstangen, gleichfalls im Motorraum sitzend und insgesamt von vier Schrauben gehalten, die wiederum mit Kontermuttern gesichert sind, werden abschließend nachgezogen. Benötigt wird dazu ein 22er Maulschlüssel. Zu beachten ist, dass die äußeren Kontermuttern Rechtsgewinde und die inneren Kontermuttern Linksgewinde besitzen.
Erweist es sich bei der Kontrolle der Schraubverbindungen der Lenkung auf Festsitz als notwendig, den einen oder anderen Sicherungssplint bzw. das eine oder andere Sicherungsblech herauszunehmen, so darf dieser Splint bzw. das Sicherungsblech nicht wieder verwendet werden. Einzubauen sind immer neue Teile der gleichen Materialgüte und Größe.
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068 Bremsanlage

2004-02-03 00:00:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (3) (Gelesen: 5774)

Zum Aufbau der hydraulisch betriebenen Bremsanlage des Trabant nur so viel:Vorn Duplex-, hinten Simplexbremsen, seit April 1980 mit Zweikreis-System. Unssoll es hier insbesondere um die richtige Wartung der Bremsanlage bei jederDurchsicht des Fahrzeugs gehen, hängt doch vom sicheren Funktionieren derBremsen die Verkehrssicherheit des Fahrzeuges entscheidend ab. Erinnert sei indiesem Zusammenhang deshalb auch noch einmal an die Ausführungen im Abschnitt"Notwendige Voraussetzungen", wo klar herausgestellt worden ist, dassjede Arbeit am Fahrzeug mit der größten Gewissenhaftigkeit ausgeführt werdenmuss, am besten unter Beachtung der Ratschläge eines Fachmannes.

Bremsflüssigkeit

Die Bremsflüssigkeit muss im Vorratsbehälter stets bis wenige Millimeterunterhalb des Randes stehen. Ihr Stand verändert sich normalerweise über langeZeit nicht bzw. nur geringfügig. Wird die fehlende Menge ergänzt, ist immernur die in der Anlage befindliche Sorte nachzufüllen. Beim Trabant ist das dieSorte Karipol.

Ausdrücklich aufmerksam gemacht sei darauf, dass jede Bremsflüssigkeithygroskopisch (wasseraufnehmend) ist, was ihren Siedepunkt im Laufe der Zeitmehr und mehr herabsetzt. Infolgedessen ist sie alle zwei Jahre zu erneuern,wobei sinngemäß so verfahren wird, wie im Abschnitt "Bremsanlageentlüften" beschrieben worden ist.

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069 Bremsanlage entlüften

2004-02-03 00:00:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (3) (Gelesen: 5750)

Federt das Bremspedal oder lässt sich die Bremse "aufpumpen", d. h.,der Weg des Bremspedals wird bei jedem Niedertreten desselben um ein Stückchenkürzer, ist mit Sicherheit Luft in die Bremsanlage hineingeraten. In einemsolchen Falle muss die Anlage - es sollte möglichst in der Vertragswerkstattgeschehen - entlüftet werden. Macht man das selber, benötigt man einen Helferund eine volle Flasche mit neuer Bremsflüssigkeit.

Der Entlüftungsvorgang, der in der Reihenfolge -rechtes und linkesHinterrad, rechtes und linkes Vorderrad abläuft, ist folgender:

  1. Vorratsbehälter mit Bremsflüssigkeit auffüllen.
  2. Schutzkappe vom Entlüftungsventil des betreffenden Rades abnehmen.
  3. Entlüftungsschlauch auf das freigelegte Entlüftungsventil stecken und das andere Ende des Schlauches in ein bis zur Hälfte mit Bremsflüssigkeit gefülltes Glas tauchen und danach das Glas höher als das Entlüftungsventil halten.
  4. Bremspedal vom Helfer auf Kommando niedertreten lassen, in dem Moment das Entlüftungsventil um etwa eine halbe Umdrehung öffnen und wieder schließen und Bremspedal auf Kommando langsam hochkommen lassen. Diesen Vorgang so oft wiederholen, bis aus dem Entlüftungsschlauch keine Blasen mehr austreten. Das kann acht-, zehn- oder auch zwölfmal der Fall sein. Beim letzten Mal wird das Bremspedal im niedergetretenen Zustand festgehalten, bis das Entlüftungsventil geschlossen ist.
  5. Entlüftungsschlauch abnehmen und Schutzkappe aufsetzen. Zu achten ist beim Entlüftungsvorgang darauf, dass der Vorratsbehälter immer wieder rechtzeitig mit neuer Bremsflüssigkeit gefüllt wird. Geschieht das zu spät, gelangt u. U. von dieser Seite her erneut Luft in das Bremssystem, und der Entlüftungsvorgang muss von vorn beginnen.
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