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Ratgeber Trabant

Ratgeber Trabant

Fahrzeughandhabung und -pflege, Fahrzeugwartung und -reparatur, nützliche Ergänzungen, Fahrerfahrungen.
1. Auflage 1987 aus dem "transpress VEB Verlag für Verkehrswesen".

005 Wirtschaftliche Fahrbereiche

2004-02-03 00:00:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (3) (Gelesen: 9602)
Jeden Trabant-Fahrer, der Kraftstoff und Reparaturen selbst bezahlen muss, aber auch jeden Berufskraftfahrer, der bestrebt ist, den ihm anvertrauten Trabant richtig zu behandeln, dürfte die Frage interessieren: Welches sind denn nun die wirtschaftlichsten Drehzahlbereiche in den einzelnen Gängen? Sehen wir uns das anhand der Bilder 1.1 und 1.2 an.
Auffällig an Bild 1.2 ist zunächst, dass sich die Bereiche der einzelnen Gänge mehr oder minder stark überschneiden. Das hat seinen Grund in der vom Motor für die Überwindung der jeweiligen Fahrwiderstände aufzubringenden Kraft und der Geschwindigkeit, mit der diese Widerstände überwunden werden sollen. Das ist ja bekanntlich mit kleinerem Gang, aber größerer Kraft (Bergauffahrten, Gelände), oder größerem Gang und kleinerer Kraft (ebene Fahrbahn, leeres Fahrzeug) möglich. Hinzu kommt, dass der Trabant-Motor am sparsamsten läuft, wenn er in Drehzahlen betrieben wird, die um das maximale Drehmoment herum (s. Bild 1.1) liegen, also bei etwa 2500 bis 3500 U/min. Diese Drehzahlen und damit auch die Kraftentfaltung des Motors bestimmen wir mit Hilfe des Gaspedals und der Gänge, indem wir den Gang einlegen, den wir nach den jeweils zu überwindenden Fahrwiderständen für erforderlich halten.
In der Praxis heißt das, dass man im normalen Fahrbetrieb den zweiten Gang - der erste Gang dient ja nur zum Anfahren — bis etwa 30 km/h und den dritten Gang bis etwa 50 km/h ausfährt, um dann schon auf den vierten Gang zu schalten. In allen drei Fällen erreicht der Motor Drehzahlen von annähernd 2500 U/min und setzen die einzelnen Gänge infolge ihrer Überschneidung jeweils ausreichend kräftig ein. Das ermöglicht es uns dann auch, den vierten Gang beispielsweise im Stadtverkehr verstärkt zu benutzen, wo der Motor bei den hier überall üblichen Kolonnenfahrten im 50er Schnitt durchaus mit etwa 2500 U/min auskommt.

Bild 1.2 Gangdiagramm des Trabant-Motors P 65/66 mit den wirtschaftlichen Fahrbereichen

Er leistet hierbei nämlich bereits (s. Bild 1.1) 13 kW (17,5 PS). Und das reicht für den normalen Fahrbetrieb.
Vergleichen wir diese Erkenntnisse mit der Aussage von Bild 1.1, so werden dieselben hier bestätigt. Dieses Bild zeigt nämlich, dass der Trabant-Motor in dem erwählen Drehzahlbereich von 2500 U/min bereits ein Drehmoment entwickelt, das dem maximalen Drehmoment von rund 54 Nm (5,5 kpm) sehr nahe kommt. Und das befähigt ihn dann auch, das Fahrzeug selbst im vierten Gang aus dem üblichen Stadttempo heraus noch annehmbar zu beschleunigen.
Für die Güte des Trabant-Motors spricht ferner, dass derselbe in den kleineren Gängen auch unterhalb des maximalen Drehmoments ausgezeichnet "zieht", wenn die Zündeinstellung in Ordnung ist. Man kann dann beispielsweise im dritten Gang mit der Geschwindigkeit ohne weiteres bis auf 25 km/h (etwa 1500 U/min) und im zweiten Gang bis auf 10 bis 15 km/h (etwa 1250 U/ min) heruntergehen, ohne dass er Schaden nimmt. Ganz anders aber an Steigungen. Hier würde der Motor bei zu niedrigen Drehzahlen unweigerlich überlastet, wenn nicht rechtzeitig der entsprechende Gang eingelegt wird.
Zusammenfassend sei festgestellt, dass sich der Trabant-Motor am wirtschaftlichsten wie folgt betreibenlässt:

  • zweiter Gang = 20-35 km/h
  • dritter Gang = 30-50 km/h,
  • vierter Gang = 45-80 km/h.

Ganz anders behandelt wird der Motor in ungewöhnlichen Verkehrssituationen, beispielsweise beim Oberholen. Hier wird seine volle Leistung geweckt.

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006 Kraftstoffsparende Fahrweise

2004-02-03 00:00:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (3) (Gelesen: 9589)
Die volkswirtschaftlichen Belange hinsichtlich des sparsamen Umgangs mit Kraftstoff sollten auch den Trabant-Fahrer nicht "kalt" lassen, ergibt sich letzten Endes daraus doch auch für ihn ein finanzieller Vorteil. ohnedass nennenswerte Geschwindigkeitseinbußen in Kauf genommen werden müssen. Dass dem so ist, beweist Bild 1.3. Betont 581 hierzu nur, dass sein Inhalt, wenn auch TGL-gerecht, aber dennoch unter Idealbedingungen im vierten Gang ermittelt, die ganze Streubreite zeigt, die sich aus der Handhabung des Fahrzeugs durch den Fahrer ergibt. Ferner ist daran interessant, dass es die im Abschnitt "Wirtschaftliche Fahrbereiche" getroffenen Feststellungen bestätigt: Günstigster Kraftstoffverbrauch im Geschwindigkeitsbereich von 50 km/h = etwa 2200 bis 2500 U/min, vertretbarer Kraftstoffverbrauch bei Durchschnittsgeschwindigkeiten, beispielsweise auf der Autobahn, von etwa 80 km/h = 3500 U/min des Motors.
Den größten Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch nehmen natürlich Fahrzeughandhabung und Fahrzeugzustand. Wer beispielsweise ständig
  • beim Anfahren an Lichtsignalanlagen den "Großen" zeigen möchte, dass er genauso schnell ist wie sie und demzufolge das Gaspedal bis zum Anschlag niedertritt und nach dieser Methode dann auch noch beim Heraufschalten verfährt, jagt den Kraftstoff regelrecht zum Auspuff hinaus;
  • mit Vollgas bis zum sich schon abzeichnenden Halt (Lichtsignalanlage) fährt, um dann scharf zu bremsen, statt den Fuß rechtzeitig vom Gaspedal zu nehmen und das Fahrzeug ausrollen zu lassen, handelt ähnlich;
  • im Stadtverkehr immer wieder scharf beschleunigt, um vielleicht noch ein oder zwei Fahrzeuge zu überholen, statt in der Kolonne mitzurollen, gewinnt in der Regel nichts an Zeit, riskiert dafür aber einen unnötig hohen Kraftstoffmehrverbrauch.

Bild 1.3 Kraftstoffgrundverbrauch und Streubreite des Trabant Motors P 65/66 im vierten Gang und in Abhängigkeit von der Fahrweise sowie der Auslastung des Fahrzeugs


Hinzu kommen zu diesem wenig verkehrsdienlichen Verhalten die vielen kleinen technischen Mängel am Fahrzeug, die den Kraftstoffverbrauch gleichfalls erhöhen, ohne dass das dem einzelnen Fahrer so recht bewusst wird. Genannt seien nur

  • eine nicht mehr stimmende Zünd- sowie Vergasereinstellung,
  • ein nicht mehr voll durchlässiges Luftfilter,
  • ein nicht richtiger Reifeninnendruck entsprechend der Belastung des Fahrzeugs,
  • nicht mehr stimmende Vorderradeinsteckwinkel.

Die Gründe dafür: Der Kraftstoffverbrauch erhöht sich bei nicht stimmender Einstellung des Vergasers bzw. der Zündung um 15 bis 20 Prozent, bei nicht richtig arbeitenden Zündkerzen um 10 bis 20 Prozent usw. Hinzu kommen weitere Maßnahmen, die gleichfalls zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs beitragen. Die bekanntesten davon sind:

  1. Den Motor nach dem Anlassen nicht im Stand warmlaufen lassen, sondern mit geringer Geschwindigkeit warm fahren; hierbei nicht unnötig mit dem Gaspedal spielen.
  2. Die Starteinrichtung nach dem Anspringen des Motors halb und bei erreichtem Rundlauf desselben vollständig schließen.
  3. Den Motor erst nach Erreichen der Betriebstemperatur voll belasten.
  4. Die günstigsten Drehzahlbereiche in den einzelnen Gängen einhalten.
  5. Gefühlvoll und vorausschauend fahren; nur allmählich Gas geben, niemals das Gaspedal schnell voll durchtreten.
  6. Bewegungsenergie des Fahrzeugs ausnutzen (mehr rollen lassen) sowie häufiges und stärkeres Bremsen unterlassen.
  7. Extrem niedrige Drehzahlen in den einzelnen Gängen vermeiden; es kommt hierbei zu schlechter Gemischbildung und damit Kraftstoffausnutzung.
  8. Nach Erreichen der gewünschten Geschwindigkeit das Gaspedal etwas zurücknehmen, es tritt keine Verringerung der Geschwindigkeit ein.
  9. Die eigene Geschwindigkeit dem Verkehrsfluss anpassen; zu langsames Fahren zwingt die anderen Fahrzeugführer zum Überholen.
  10. Generell mehr mit dem Kopf als mit den Füßen fahren, denn Bremsen und immer wieder Beschleunigungen erhöhen sowohl Kraftstoffverbrauch als auch Verschleiß.

Nicht uninteressant ist in diesem Zusammenhang, dass Dachgepäckträger, die, ohne gebraucht zu werden, ständigspazieren gefahren werden, den Kraftstoffverbrauch je 1000 km Fahrstrecke um 1 bis 2 Liter ansteigen lassen. Ähnliches bewirkt ein ständig mitgeführter und gefüllter 20-Liter-Kraftstoffkanister.
Ein klein wenig Überlegung hinsichtlich des Kraftstoffverbrauchs lohnt also, entlastet es doch die eigene Brieftasche, und auch die Volkswirtschaft hat Vorteile.

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007 Kraftstoffverbrauchsanzeige

2004-02-03 00:00:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (2) (Gelesen: 9603)
Über die Aussage der Kraftstoffmomentanverbrauchsanzeige - hier der Einfachheit halber Kraftstoffverbrauchsanzeige genannt - informiert die Betriebsanleitung. Das hier Gesagte kann vom Standpunkt des wirtschaftlichen Umgangs mit dem Trabant (s. auch Abschnitt "Kraftstoff sparende Fahrweise") nur begrüßt werden. Jeder Trabant-Fahrer sollte es beherzigen.
Unsere Erfahrungen besagen, dass es durchaus möglich ist, den Trabant überwiegend im ökonomischen Bereich der Anzeige, also bei grün leuchtenden .Dioden zu betreiben. Man muss dazu allerdings überlegt fahren. Das heißt, stets gefühlvoll beschleunigen, das Gaspedal bei erreichter Geschwindigkeit ein wenig zurücknehmen u. a. m. Dann erreicht man einen Kraftstoffverbrauch von 6,5 bis 7,0 1/100 km und kommt dennoch zügig voran. Das Gaspedal mit Druckpunkt erinnert übrigens daran, wenn der grüne Leuchtenbereich verlassen und der rote Leuchtenbereich, also der Bereich hohen Kraftstoffverbrauchs, erreicht wird. Der Druckpunkt macht sich bemerkbar.
Überprüfungsmöglichkeiten: Funktioniert die Kraftstoffverbrauchsanzeige einmal nicht, könnte die Sicherung Nr. 7 - hier ist die Anzeige mit abgesichert - ausgefallen sein. Funktioniert auch der Scheibenwischer nicht, der hier gleichfalls mit abgesichert ist, ist das mit Sicherheit der Fall. Die Sicherung wird erneuert. Ist die Sicherung erneuert und die Dioden leuchten dennoch nicht, könnte das Anzeigegerät defekt sein.

Anzeigegerät: Das Anzeigegerät lässt sich wie folgt überprüfen:
  1. Grünes und weißes Kabel im Motorraum mittels der Stecker trennen.
  2. Grünes und weißes Kabel (des Gerätes) mit den Steckkupplungen mit Klemme 61 der Lichtmaschine kurzschließen.
  3. Zündung einschalten; die Dioden leuchten der Reihe nach auf.
  4. Kabelverbindungen farbrichtig wieder herstellen.

Leuchten die Dioden nicht auf, könnte der Durchfluss-Messwertgeber defekt sein.

Durchfluss-Messwertgeber: Zur Überprüfung des Durchfluss-Messwertgebers wird ein Spannungsprüfer (Voltmeter) benötigt. Wer ein solches Gerät besitzt, macht folgendes:

  1. Minuskabel des Spannungsprüfers an das braun-schwarze Kabel und Pluskabel des Spannungsprüfers an das weiße Kabel legen.
  2. Zündung einschalten.

Bei eingeschalteter Zündung muss der Spannungsprüfer 5,3 Volt anzeigen. Liegt diese Spannung nicht an, ist derMesswertgeber voraussichtlich defekt und muss erneuert werden. Bevor man diesen Schritt jedoch tut, kontrolliert man noch den Messwertgeber auf Intaktheit. Und das macht man so:

  1. Das Minuskabel des Spannungsprüfers verbleibt am braun-schwarzen Kabel, und das Pluskabel des Spannungsprüfers wird an das grüne Kabel gelegt.
  2. Zündung einschalten.
  3. Kraftstoffschlauch, der zum Vergaser führt, am Messwertgeber abziehen. Kraftstoffhahn öffnen, Kraftstoff in ein Auffanggefäß abfließen lassen und dabei die Spannung messen.
  4. Kraftstoffschlauch wieder befestigen und Kraftstoffhahn schließen.

Ist der Durchfluss-Messwertgeber in Ordnung, muss der Spannungsprüfer etwa 2 Volt anzeigen. Ist das nicht der Fall, ist der Messwertgeber tatsächlich ausgefallen und wird erneuert.

Über Störungen im Fahrbetrieb, die u. U. auf den Messwertgeber zurückzuführen sind, informiert der Abschnitt "Störungen an der Kraftstoffanlage".
Bei den Trabant-Ausführungen S de luxe ist die Kraftstoffverbrauchsanzeige übrigens mit einer Reserveanzeige gekoppelt. Beim Aufleuchten der rotenKontrollleuchte sind noch etwa 4 bis 5 Liter Kraftstoff im Tank.

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008 Warmfahren oder Warmlaufen lassen?

2004-02-03 00:00:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (2) (Gelesen: 9592)
Jede sinnvolle Handhabung des Trabant trägt mit dazu bei, den auf die Dauer nicht zu verhindernden Verschleiß in Grenzen zu halten. Hierzu gehört der richtige Umgang mit dem Motor nach dem Kaltstart. Was sollte jeder Trabant-Fahrer davon wissen? Jeder Kraftfahrzeugmotor - auch der Zweitakter - arbeitet erst dann mit dem geringsten Verschleiß, wenn er seine Betriebstemperatur erreicht hat. Infolgedessen gilt es, ihn insbesondere im Winter schnell auf Betriebstemperatur zu bringen. Und das ist nur möglich, wenn er nach dem Kaltstart mit halb hineingeschobenem Starterzug warmgefahren wird, wobei zügig vom ersten auf den zweiten Gang geschaltet und in diesem Gang eine kurze Zeit gefahren wird. Schon nach wenigen hundert Metern merkt man, dass der Motor leichter dreht, schiebt den Starterzug ganz hinein und schaltet auf den dritten Gang. Und da der Motor bei dieser Methode Arbeit leisten muss, wird auch die Betriebstemperatur bald erreicht und somit die Kaltlaufperiode mit ihrem erhöhten Verschleiß schnell überwunden.
Wer den Motor dagegen warmlaufen lässt, was auch noch zu beobachten ist, nach der 2. DB zum Landeskulturgesetz vom 11. 7. 1974 (GBI. l Nr. 37) aber selbst bei Temperaturen von unter 0 °C nur bis höchstens 60 Sekunden gestattet ist, verschmutzt nicht nur die Umwelt, sondern riskiert den schon erwähnten erhöhten Verschleiß und wundert sich schließlich eines Tages, dass der Motor seines Fahrzeugs nicht mehr so richtig »zieht". Kein Wunder, er ist bei dieser Behandlung innerlich völlig verdreckt, d. h., die Zylinder, die Auslasskanäle der Zylinder und die Auspuffanlage haben Ölkohle angesetzt. In einem solchen Falle hilft nur, ihn auf der Autobahn wieder frei zu fahren und im nächsten Winter so zu behandeln, wie das Hunderttausende Trabant-Fahrer tun: Technisch regelmäßig warten und in vernünftigen Drehzahlen betreiben!
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009 Spezifisches vom Fahrwerk

2004-02-03 00:00:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (1) (Gelesen: 9562)
Selbsttragende Karosserie, Federn mit Stoßdämpfern und Radaufhängungen, Räder und Reifen sowie Lenkung und Bremsanlage stellen in ihrem Zusammenwirken das für den Trabant so typische, weil stabile und zuverlässige Fahrwerk dar. Und das wiederum ist in Verbindung mit dem vorn liegenden Triebwerk und dem Frontantrieb Voraussetzung für sein unkompliziertes Fahrverhalten. Im Fahrbetrieb wird das sichtbar.
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