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Ich fahre mit einem Camping-Lastenanhänger

Ich fahre mit einem Camping-Lastenanhänger

Anhängervorstellung, Fahrhinweise, Wartung und Reparatur, Campingtipps in der 2. bearbeiteten Auflage, transpress, VEB Verlag für Verkehrswesen in Berlin von 1980

1.2.1 Allgemeine Merkmale

2009-12-05 12:24:48 Geändert: 2009-12-05 12:24:51 (1) (Gelesen: 3757)

Pkw-Anhänger werden in Lasten-, Zelt- und Campinganhänger unterschieden. Lastenanhänger mit oder ohne Deckel bzw. Plane (s. Abb. 25...29) dienen ausschließlich dem Lastentransport. Zeltanhänger (s. Abb. 10 u. 11) sind Bestandteil des Wohnzeltes.

Lasten- und Zeltanhänger bewähren sich insbesondere bei weiten Reisen. Ihre Vorteile sind:

  • Geringer Luftwiderstand während der Fahrt und damit geringer Kraftstoffmehrverbrauch des Zugfahrzeugs.
  • Gute Manövrierfähigkeit und Wendigkeit des Anhängerzuges im Verkehr.
  • Freie Sicht nach hinten.
  • Geringer Platzbedarf bei der Überwinterung.

Zeltanhänger kann man hinsichtlich ihrer Verwendbarkeit für den Campingbetrieb nur an den fest aufgebauten Campinganhängern messen. Tut man das, so fällt auf,

  • dass dieselben vor der Benutzung erst aufgebaut werden müssen,
  • dass hierin bei längeren Regenperioden alle mitgeführten Textilien klamm werden und
  • dass sich die Innentemperatur relativ schnell der Außentemperatur angleicht.

Campinganhänger (s. Abb. 12...24) mit ihren festen Aufbauten bieten gegenüber den Zeltanhängern mehrere Vorteile. Unter anderem

  • stehen sie zur Übernachtung sofort zur Verfügung,
  • lassen sich Essen und Getränke auf dem eingebauten Kocher schnell zubereiten,
  • sind sie durch den möglichen Einbau einer Heizung relativ unabhängig von der Außentemperatur und damit auch von der Jahreszeit,
  • bieten sie insgesamt einen gewissen Wohnkomfort.

Aber auch der Campinganhänger mit festem Aufbau ist nicht ganz von Nachteilen frei. Dieselben sollten in die Kaufüberlegungen unbedingt mit einbezogen werden. Es gehören hierzu:

  • Großer Luftwiderstand während der Fahrt.
  • Relativ geringe Beweglichkeit des Zuges im Straßenverkehr.
  • Ansteigen des Kraftstoffverbrauches um 2... 6 l/100 km.
  • Eingeschränkte Sicht nach rückwärts.
  • Empfindlichkeit gegenüber Seitenwind.

Lastenanhänger: Lastenanhänger (s. Abb. 25...29) gibt es in mehreren Ausführungen und Varianten. Die Anhänger mit Holzaufbau werden vor allem von Handwerkern bevorzugt. Ihr Holzboden und die Holzbordwände besitzen einen größeren Verformungswiderstand als Blech. Hinzu kommt das günstige Haftvermögen des Holzes gegenüber dem Gleitbestreben der geladenen Gegenstände. Anhänger mit Holzaufbau haben jedoch eine größere Leermasse als Anhänger mit Blechaufbau. Das schränkt die Nutzmasse insbesondere bei den kleineren Zugfahrzeugen ein.

Anhänger mit Blechaufbau bewähren sich allgemein. Beim Kauf eines solchen Anhängers empfiehlt sich als Gleit- und Stoßschutz der gleichzeitige Erwerb einer zwei Zentimeter dicken Polyurethan-Weichschaumplatte.

Einige Anhängerfirmen liefern als Sonderzubehör für diese Anhänger einen Planen oder Deckelverschluss. Beide Verschlussarten sind recht praktisch, lässt sich das Transportgut hiermit doch entsprechend sichern und auch vor Regen schützen. Das ist insbesondere vorteilhaft, wenn der Lastenanhänger auch zum Transport der Campingausrüstung dient. Der verschließbare Deckel sichert sie auf den Rastplätzen unterwegs und die vorübergehend nicht benutzten Ausrüstungsstücke auch auf dem Campingplatz.

Campinganhänger: Beim Campinganhänger (s. Abb. 12...24) entscheidet die Innenausstattung über die Bewohnbarkeit. Mit steigendem Komfort wird das ausgewählte Objekt aber leider auch teurer. Deshalb gilt es, sich vor dem Kauf unbedingt darüber klar zu werden, ob der Campinganhänger hauptsächlich kurzzeitig oder zum so genannten Dauercamping eingesetzt werden soll. Diese Entscheidung ist sicherlich nicht ganz einfach zu treffen. Die Erfahrungen zeigen aber, dass immer mehr Campingfreunde zum Dauercamping

übergehen. Das Entstehen von neuen Naherholungszentren fordert diese Entscheidung direkt heraus. Untersuchen wir darum auch, inwieweit die Campingarten, also Kurzzeit oder Dauercamping, von Bedeutung für den Anhängerkauf sind.

Kurzzeitcamping: Hierunter wird allgemein die Benutzung des Campinganhängers für drei bis vier Wochen im Jahr verstanden. Diese kurze Benutzungsperiode wird die meisten Campingfreunde zu einem relativ billigen Campinganhänger greifen lassen. Das ist verständlich, denn auch ein billiges Modell bietet gegenüber einem Zelt bzw. Zeltanhänger doch schon recht viel Komfort. Andererseits sei nicht verschwiegen, dass man hiermit auch einige Einschränkungen auf sich nimmt. Dies beginnt bereits bei der Fahrsicherheit. Fast alle diese Modelle sind zur Zeit noch ungebremst ausgeführt und erfordern somit gegenüber einem gebremst ausgeführten Anhänger wesentlich längere Bremswege. Ferner tritt infolge der oftmals fehlenden Isolierung relativ schnell, vor allem an kühlen und feuchten Tagen bzw. bei starken Temperaturschwankungen, Kondenswasserbildung im Innenraum auf. Wer jedoch herrliches Sommerurlaubswetter hat, wird mit diesem Problem kaum konfrontiert. Ansonsten erfüllen diese Campinganhänger durchaus ihren Zweck. Für einen derartigen Urlaub bzw. zum ausgesprochenen Reisecamping, d.h. jeden Tag Ortswechsel, ist ein einfacherer Campinganhänger sogar oftmals besser als ein mit allem Komfort ausgestatteter, lässt sich derselbe mit seiner geringeren Eigenmasse doch recht gut von einem Urlaubsort zum anderen bewegen, wobei das Zugfahrzeug nicht einmal über 44 kW (60 PS) oder gar 55 kW (75 PS) verfügen muss.

Und noch etwas ist in Erwägung zu ziehen: Der Kauf eines Vorzeltes! Wenn ein derartiges Zelt für das ausgesprochene Reisecamping auch kaum erforderlich ist, so empfiehlt es sich jedoch für den, der sich länger als eine Woche an einem Ort aufhält. Es vergrößert den Lebensraum des Campinganhängers auf fast das Doppelte!

Dauercamping: Nach dem Erwerb eines Campinganhängers reift in der Regel nach einiger Zeit auch der Entschluss, sich am Dauercamping zu beteiligen, denn wer möchte schon den doch recht teueren Campinganhänger nur in der kurzen Urlaubszeit verwenden. Die Zahl derjenigen, die den. Anhänger vom Frühjahr bis zum Herbst auf einem in der Nähe des Wohnortes liegenden Campingplatz aufstellt, um denselben an den Wochenenden regelmäßig zu nutzen, wird darum auch immer größer. Mit dem Dauercamping steigen aber auch die Ansprüche an den Campinganhänger. Die Zahl der Personen bestimmt im wesentlichen die Größe des Anhängers. Es ist z. B. unmöglich, mit 4 Personen in einem Campinganhänger zu leben, der nur für 2 Personen Schlafstellen besitzt. Die Auswahl des Campinganhängers sollte deshalb auch nach der Anzahl der Personen erfolgen, wobei sich zusätzlich der Grundsatz bewährt hat: „Lieber eine Nummer zu groß als zu klein"! Ein größerer Campinganhänger hat natürlich auch seinen Preis. Kluge Campingfreunde wählen deshalb nicht die der Familie entsprechende Größe, sondern stellen neben dem Campinganhänger ein zusätzliches Zelt auf. Diese Lösung ist keineswegs eine Notlösung, lässt sie doch die Möglichkeit offen, den Campingplatz des Öfteren zu wechseln, denn ein kleinerer Campinganhänger bewegt sich nun einmal besser als ein großer. Und noch eine Erfahrung konnten wir im Laufe unserer Campingjahre sammeln. Wer sich für reines Dauercamping entscheidet, d.h. keine Reisen mit dem Campinganhänger unternimmt, braucht auf die Gesamtmasse des Anhängers nicht so genau zu achten. Im Freundeskreis findet sich bestimmt jemand mit einem größeren Zugfahrzeug, der den Anhänger an die ausgewählte Stellfläche zieht. Aber Vorsicht bei einer solchen Entscheidung! Oft kommt der Appetitzum Reisen erst mit dem Besitz des Campinganhängers. Und was dann, wenn der Anhänger für das eigene Zugfahrzeug zu groß ist?

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