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Ich fahre mit einem Camping-Lastenanhänger

Ich fahre mit einem Camping-Lastenanhänger

Anhängervorstellung, Fahrhinweise, Wartung und Reparatur, Campingtipps in der 2. bearbeiteten Auflage, transpress, VEB Verlag für Verkehrswesen in Berlin von 1980

4.1.1 Ankunft auf dem Campingplatz

2009-12-05 11:36:31 Geändert: 2009-12-05 11:36:35 (1) (Gelesen: 2467)

Nach oftmals langer Reise ist man zunächst einmal glücklich, auf dem ausgewählten Campingplatz unversehrt angekommen zu sein. Nicht selten hat man selbst und haben auch die Mitreisenden nun den Wunsch, so schnell wie möglich einige Stunden zu schlafen. Hierzu ist es, ist der Zeltplatz in der Vor- oder Nachsaison noch nicht voll belegt, ratsam, den Campinganhänger am Zugfahrzeug zu belassen, nur die hinteren Kurbelstützen herunterzudrehen und diesen kurzen Erholungsschlaf anzutreten, denn in übermüdetem Zustand hat man in der Regel nicht die Ruhe, die man zum Aufstellen des Campinganhängers einschließlich des Vorzeltes nun einmal braucht. Bei fast belegtem Campingplatz ist es dagegen ratsam, sofort zur Platzwahl und damit zum Aufstellen des Campinganhängers überzugehen, wobei es zuvor natürlich erforderlich ist, die Anmeldung beim Platzwart vorzunehmen. Hierzu sind neben den Personalausweisen aller Mitreisenden auch die Camping- bzw. Zeltscheine vorzulegen und sind auch die entsprechenden Gebühren zu entrichten. Für das Abstellen des Zugfahrzeugs auf dem Campingplatz ist meist ein zusätzlicher Betrag zu zahlen.

Platzwahl: Campingplätze, auf denen der Standplatz des Campinganhängers durch den Platzwart bestimmt wird, bieten meist den Vorteil, dass Strom- und Wasseranschluss gesichert sind. Können wir uns den Standplatz dagegen selber aussuchen, so beachten wir hierbei folgende Punkte:

  1. Entfernung zum nächsten elektrischen Anschluss?
  2. Entfernung zur nächsten Wasserentnahmestelle?
  3. Entfernung zur nächsten Toilette?
  4. Entfernung zur nächsten Einkaufstelle?
  5. Ist nach Ablauf des Urlaubs eine ungehinderte Ausfahrt gewährleistet?

Das Optimum aller fünf Punkte erreicht man jedoch nur selten.

Aufstellen des Anhängers: In der Regel ist es auf Campingplätzen möglich, mit dem Pkw-Zug bis zum Stellplatz des Anhängers zu fahren, wobei wir natürlich einkalkulieren, ob das Zugfahrzeug den Stellplatz auch wieder verlassen kann. Anderenfalls bleibt uns nichts anderes übrig, als den Anhänger an geeigneter Stelle abzukoppeln und denselben zum Stellplatz zu schieben, was infolge der Gesamtmasse des Anhängers oftmals nicht ohne fremde Hilfe möglich ist. Aber Campingfreunde helfen sich überall. Wer den beladenen Campinganhänger zum ersten Mal vom Zugfahrzeug abkoppelt, geht dabei wie folgt vor:

  • Handbremse des Zugfahrzeugs und des Anhängers ziehen.
  • Buglaufrad des Anhängers bis auf die Erde herunterdrehen.
  • Abreißleine vom Zugfahrzeug lösen.
  • Stecker des Verbindungskabels aus der Steckdose des Zugfahrzeugs herausnehmen.
  • Sicherungsbolzen der Anhängerkupplung heraus- und Verschlusshebel zurückziehen.
  • Zugdeichsel des Anhängers mit Hilfe der Spindel des Buglaufrades so weit anheben, bis die Kupplungsklaue über der Kugelkupplung steht.
  • Verschlusshebel der Kupplungsklaue nach vorn drücken.
  • Handbremse des Anhängers lösen und den Anhänger zügig zum Stellplatz rangieren.

muss das alles bei Dunkelheit geschehen, belässt man das Verbindungskabel so lange am Zugfahrzeug wie es reicht, um noch Licht hinter dem Anhänger zu haben. Danach schaltet man zum Aufhellen des Arbeitsplatzes die Rückfahrscheinwerfer des Zugfahrzeugs ein.

Für das Aufstellen des Campinganhängers selbst hat sich folgende Arbeitsreihenfolge bewährt:

  • Rangieren des Anhängers auf die ausgewählte Stelle.
  • Anziehen der Handbremse.
  • Unterlegen der mitgebrachten Holzbretter (etwa 200 x 100 x 20 mm) unter die Kurbelstützen.
  • Herunterdrehen der hinteren Kurbelstützen.
  • Ausrichten des Anhängers mit Hilfe einer Wasserwaage oder einer mit Wasser gefüllten Schüssel und Sichern der waagerechten Stellung mit Hilfe des Burglaufrades.
  • Herunterdrehen der vorderen Kurbelstützen.

Bei den Kurbelstützen fast aller Anhänger ist zu beachten, dass dieselben nicht zum Anheben bzw. Tragen des Anhängers geeignet sind, sondern nur zur Verhinderung des Schaukelns des Anhängers dienen sollen. Die Räder des Anhängers sollten daher auch stets auf dem Boden verbleiben, um die Masse des Anhängers wirklich echt tragen zu können. Weiterhin muss man wissen, dass die Kurbelstützen niemals senkrecht stehen dürfen, sondern immer eine gewisse Schräglage einnehmen sollten. Das gewährleistet ein Nachjustieren des Anhängers ohne große Umbauten (Abb. 66).

Das endgültige Ausrichten des Campinganhängers dauert gewöhnlich etwas länger. Die hierbei aufzubringende Geduld lohnt sich jedoch, denn nichts ist ärgerlicher, als wenn nach dem ersten Kochen auf dem Campingplatz die Suppe vom Teller läuft, weil der Anhänger nicht waagerecht steht; ganz zu schweigen vom Nichtfunktionieren des Kühlschrankes sowie des nicht vollständigen Ablaufens des Wassers aus dem Wasch- oder Spülbecken.

Nach einer gewissen Zeit müssen die Kurbelstützen nachgestellt werden, denn die große Masse des Anhängers drückt die untergelegten Brettchen fast immer In den Boden hinein. Dadurch verlieren die Stützen ihre Spannung, und der Anhänger wackelt. Vor und hinter die Räder des Anhängers werden zur Entlastung der Handbremse die mitgebrachten Keile oder auch Steine gelegt. Das erhöht einerseits die Standsicherheit des Anhängers und entlastet andererseits die Handbremse, die niemals über längere Zeit straff gezogen bleiben sollte (Längung der Seile, Anrosten der Bremsbeläge an den Bremstrommeln).

Abb. 66 Stellung der Standstützen

Wohnen im Anhänger: Das Wohnen im Camping- oder Zeltanhänger ist ein Leben auf kleinstem Raum. Oberster Grundsatz muss deshalb Ordnung und Sauberkeit sein. Jeder Gegenstand ist nach Gebrauch darum sofort an die für ihn bestimmte Stelle zurückzulegen.

E-Anschluß: Bei längerem Aufenthalt auf einem Campingplatz ist die Benutzung des 220-V-Anschlußes des Campinganhängers zu empfehlen. Dazu wird erfahrungsgemäß ein 50 bis 100 Meter langes Kabel benötigt, denn der nächste Stromverteiler steht meist nicht in unmittelbarer Nähe des Anhängers. Für die Stromentnahme benötigt man vom Platzwart die Genehmigung.

Das Verlängerungskabel muss in einem einwandfreien Zustand sein. Eine Schadstelle im Kabel - dasselbe liegt u. U. zum Teil im nassen Erdreich - bedeutet Lebensgefahr. Ansonsten ist das Kabel so zu verlegen, dass es weder beschädigt werden kann, noch für die anderen Campingfreunde eine Stolperquelle darstellt. Das Verlängerungskabel ist zuerst im Anschlussstecker des Anhängers zu befestigen und erst dann in die Steckdose des Stromverteilerkastens einzuführen. Anderenfalls läuft man mit einem Strom führenden Kabel über den Campingplatz! Das Lösen des E-Anschlusses erfolgt in umgekehrter Reihenfolge (Abb. 67). Auf einem Campingplatz ohne 220-V-Anschluß stellt man das Zugfahrzeug so günstig wie möglich zum Anhänger, um gegebenenfalls die Fahrzeugbatterie als Stromquelle benutzen zu können. Ratsam ist es in diesem Fall, auf das Lenkrad einen Merkzettel mit dem Hinweis „Stecker herausziehen" zu legen, denn so manch ein Fahrer ist schon angefahren, ohne die Kabelverbindung gelöst zu haben. Das Ergebnis war zumindest Dunkelheit im Campinganhänger. Die Fahrzeugbatterie wird bei diesem Beleuchtungsverfahren natürlich erheblich belastet, denn sie muss ja zumindest so viel Kapazität behalten, dass das Zugfahrzeug auch noch gestartet werden kann. Besser ist es daher in solch einem Falle, eine zweite vollgeladene Fahrzeugbatterie, zumindest aber ein Kleinladegerät, mitzunehmen, um die im Fahrzeug eingebaute Batterie im nächsten Ort gegebenenfalls wieder aufladen zu können.

Abb. 67 Herstellen sowie Lösen des elektrischen Anschlusses auf dem Campingplatz

Gasbezug: Propangas ist im Campinganhänger in der Regel unsere hauptsächlichste Energiequelle. Je nach dem, wie viel Verbraucher angeschlossen sind, reicht die mitgeführte 13-kg-Flasche mit 5 kg Gas von 2 Tagen bis zu 14 Tagen, bei sparsamstem Verbrauch sogar bis zu 3 Wochen. Die Erklärung hierfür liefert uns der durchschnittliche Verbrauch der einzelnen Geräte. Es werden beispielsweise benötigt;

  • für eine Kocherflamme ca. 70 g/h,
  • für eine Heizung mit 4190 kJ/h (1000 kcal) etwa 100 g/h,
  • für eine Heizung mit 12570 kJ/h (3000 kcal/h) ca. 300 g/h,
  • für einen Kühlschrank ca. 10 g/h,
  • für eine Gasleuchte ca. 35 g/h,
  • für einen Wärmestrahler im Vorzelt ca. 120 g/h.

Anhand dieser Verbrauchswerte lässt sich somit wenigstens annähernd ermitteln, zu welchem Zeitpunkt die Gasflasche wieder aufgefüllt werden muss. ist dieser Zeitpunkt herangekommen, ist beim Aufsuchen der nächsten Füllstation der Überprüfungsausweis für Propangasheizung und -kochanlage, die so genannte Grüne Karte, nicht zu vergessen. Anderenfalls kann es einem durchaus passieren, dass man unverrichteter Dinge und damit ohne Gas wieder nach Hause fahren muss.

Kochen: Erfahrene Campingfreunde kochen im Vorzelt. Das verhindert einmal die meist kaum zu vermeidenden Fettspritzer auf den Polsterbezügen und Gardinen und ermöglicht es andererseits den Kochdünsten, recht schnell abzuziehen. Wem das Kochen im Vorzelt nicht gefällt, der sollte beim Kochen im Campinganhänger einen Schnellkochtopf benutzen. Die lästigen Kochdünste fallen bei ihm weg. Ein weiterer Vorteil ist, dass Druck und Dampf außerhalb des Anhängers abgelassen werden können.

Abwaschen: Wenn jeder Campingfreund sein Abwaschwasser wahllos weglaufen lassen würde, wäre so manch ein Campingplatz recht bald eine einzige Pfütze bzw. eine Brutstätte für Ungeziefer aller Art. Unter den Ausguss gehört deshalb ein Eimer, der das ablaufende Wasser aufnimmt und der an einer vom Platzwart festgelegten Stelle entleert wird. Wenn es erlaubt ist, kann unterhalb des Abflusses auch eine kleine Sickergrube zur Aufnahme des Abwaschwassers angelegt werden, die bei Abfahrt aber wieder fest zugeschüttet werden muss.

Heizen: Benutzen wir unseren Campinganhänger vom Frühjahr bis zum Herbst, so kommen wir ohne Heizung nicht aus. Wie in Abschnitt „Inneneinrichtung" schon erwähnt, ist ein Heizlüfter - vorausgesetzt, der Campingplatz verfügt über ausreichend Strom - das angenehmste Heizgerät, kann man es doch hinstellen, wo es benötigt wird. Die in Campinganhängern am meisten anzutreffende Heizung ist jedoch die Gasheizung. Bei ihrer Verwendung ist zu beachten, dass es mitunter eine viertel bis eine halbe Minute dauert, ehe das Gas die Luft aus der Leitung herausgedrückt hat und am Brennerkopf zündfähig ankommt. Eine weitere Erfahrung besagt, dass der Gasknopf erst dann losgelassen werden darf, wenn das Gas schon etwa eine halbe Minute brennt. Geschieht das eher, schließt sich die Gaszufuhr wieder. Die eingebaute Bimetallsicherung ist infolge der nur kurzen Erwärmung einfach noch nicht funktionsfähig. Nach etwa einer halben Minute Heizzeit gewährleistet die jetzt genügend erwärmte Feder die ständige Gaszufuhr.

Noch ein Hinweis in diesem Zusammenhang: Ist die Heizflamme ausgeblasen worden, darf die Heizung auf keinen Fall sofort wieder gezündet werden. Der Grund hierfür ist, dass infolge des relativ späten Ansprechens der Bimetallsicherung das Gas nach wie vor über den Brenner ausströmt, was letztlich zu einer größeren Gasansammlung führt. Diese Gasmenge ist zwar für die Bewohner des Campinganhängers nicht schädlich, würde aber bei einer sofortigen Zündung eine Verpuffung bewirken. Deshalb wartet man besser etwa 5 Minuten, bevor man die Heizung wieder neu zündet.

Feiern und Kinder: Laue Sommerabende laden zum Feiern mit den Nachbarn vor dem Campinganhänger oder auch im Campinganhänger ein. Wohin aber mit den Kindern, die ja schlafen sollen? Die Antwort auf diese Frage haben viele Kinder schon selbst gegeben. Sie übernachten gern in einem Zelt. Gut beraten ist deshalb, wer für seine Kinder ein derartiges Zelt mitführt und dieses neben dem Campinganhänger aufstellt. Hier können die Kinder dann in Ruhe schlafen. Wir haben es beispielsweise schon mehrmals erlebt, dass die Kinder in ihrem eigenen Zelt sehr glücklich waren und überhaupt nicht den Wunsch zum Schlafen im Campinganhänger verspürten. Eines ist aber auch bei der schönsten Feier zu beachten. Von 22 Uhr bis 6 Uhr hat auf dem Campingplatz absolute Ruhe zu herrschen. Daran sollte man sich stets halten. Es erspart einem Ärger mit den Nachbarn und auch mit dem Platzwart.

Fernsehen: Fernsehfreunde möchten auch im Campingurlaub auf dieses Vergnügen nicht verzichten. muss neben dem Fernsehapparat aber auch noch die dazugehörige und oftmals recht sperrige Antenne mitgenommen werden? Wir meinen, nein! In der Regel genügt als Antenne das einfache Bandkabel, das allerdings am Ende etwa 30cm lang eingeschnitten werden muss und dessen beide Litzen nunmehr auf etwa 50cm auseinander gebogen werden, bis ihre beiden Enden waagerecht zueinander stehen. Das ist dann die Antenne. Dieses Provisorium kann nnn aus der Dachluke des Campinganhängers herausgehängt werden. Damit dasselbe vom

Wind jedoch nicht ständig in eine andere Richtung gedreht wird, befestigt man seine beiden Enden an einen Holzstab. Ist der Fernsehapparat schließlich auch noch in die richtige Richtung gedreht worden, funktionieren Bild- und Tonempfang bestimmt.

Schlafen: Das Schlafen im Campinganhänger erfordert täglich das Herrichten der Liegen. Dazu gehört, dass die normalen Laken hinter den Schaumstoffpolstern festg estopft werden. Dennoch sind dieselben früh meist völlig zerknautscht, weil sie sich über Nacht aus ihrer Reibbefestigung gelöst haben. Versieht man jedoch zu den Liegen in der Größe passende selbst gefertigte Laken an den vier Ecken mit dreieckigen Stoffteilen, in die die Ecken der SchaumstoffpoIster hineinpassen, zerknautscht kein Laken mehr; die Polster halten es fest.

Luftwechsel: Das Wohnen im Campinganhänger erfordert einen zugfreien Luftaustausch. Das ist sowohl für die Bewohner als auch zum Betreiben der offenen Brennstellen notwendig. Wer nun aber bei kühlerem Wetter meint, einige Zwangsbelüftungsöffnungen schließen zu können, erlebt recht bald, wie sich die Luftfeuchtigkeit an den kältesten Stellen des Campinganhängers als Kondenswasser niederschlägt. Abhilfe ist nur dadurch möglich, dass alle Lüftungsschieber ständig voll geöffnet sind. Nur so ist der normale und auch notwendige Luftaustausch zu gewährleisten. Das Ganze kann noch dadurch unterstützt werden, dass die Dachluke immer einen Spalt breit geöffnet ist.

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