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Reparaturhandbuch

Reparaturhandbuch von 1978

Hierbei handelt es sich um die 15. Auflage aus dem VEB Fachbuchverlag Leipzig von 1978 mit 224 Bildern und wurde von einem Autorenkollektiv des VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau verfasst.

6.1.1. Zündung einstellen

2004-01-01 00:00:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (5) (Gelesen: 8603)

Am Außenrand der Keilriemenscheibe der Kurbelwelle befinden sich Zündzeitpunktmarkierungen. Es bedeuten:
1 Kerbe = Zündzeitpunkt Zylinder I
2 Kerben = Zündzeitpunkt Zylinder II.
Stehen diese Markierungen jeweils waagerecht zur hinteren Trennfuge der beiden Kurbelgehäuseteile, so ist mit Hilfe einer Prüflampe durch Verdrehender Unterbrecherplatte eine Grobeinstellung der Zündung möglich. Die Prüflampe ist dazu an Masse und an Klemme 1 des entsprechenden Zylinders an der Zündspule anzuschließen. Nach dem Lösen der Befestigungsschrauben der Unterbrechergrundplatte und der Stellschraube der Unterbrechergrundplatte wird die Grundplatte solange verdreht, bis die Prüflampe gerade aufleuchtet. Nachdem Befestigen der Grundplatte erfolgt die Einstellung für den 2. Zylinder. Die dafür vorhandene Unterbrecherplatte ist durch eine Exzenterschraube zu verstellen.
Eine solche Zündeinstellung ist nur im Notfall anzuwenden und baldmöglichst im Interesse der Lebensdauer der Kontakte des Unterbrechers sowie der Leistung des Motors durch eine genaue Einstellung zu korrigieren.
Dazu sind folgende Arbeiten notwendig:

  1. Keilriemenspannung überprüfen und, wenn erforderlich, korrigieren.
  2. Zündkabel von den Zündkerzen abziehen und Zündkerzen herausschrauben. Deckel vom Unterbrechergehäuse abnehmen.
  3. Aufspreizvorrichtung für die Fliehgewichte montieren. Dazu befinden sich an der Vorrichtung zwei Schrauben. Mit der längeren Schraube ist der Innenring der Aufspreizvorrichtung auf den Sechskant der Befestigungsschraube des Nockens festzuschrauben. Die nach innen gerichteten Zapfen des Außenringes müssen dabei in die dafür vorgesehenen Nuten des Unterbrechernockens hineinragen. Indem der Außenring der Aufspreizvorrichtung nach rechts verdreht wird, werden die Fliehgewichte des Fliehkraftreglers aufgespreizt. In dieser Stellung ist mit der kurzen Schraube der Außenring gegen den Innenring der Aufspreizvorrichtung festzuklemmen.
  4. Kontaktabstand des 1. Zylinders auf 0,4 ± 0,05 mm einstellet. Dazu muss sich der Kolben des 1. Zylinders im oberen Totpunkt befinden. Um das festlegen zu können, ist in die Kerzenbohrung des 1. Zylinders eine Messuhr (Skalenteilung 0,01 mm, Hub etwa 10 mm) mit einem entsprechenden Führungsstück und Taster einzuschrauben. Durch Drehen am Axiallüfter wird der Kolben auf OT gestellt und die Skala der Messuhr mit der 0 auf die erreichte Zeigerstellung verdreht.
  5. Prüflampe mit dem Pluskabel an Unterbrecher 1 bzw. an Klemme 1 der Zündspule und das Massekabel an Masse klemmen.
  6. Der Zündzeitpunkt soll 4,0 ± 0,4 mm vor OT liegen. Der Motor wird entgegen seiner Drehrichtung zurückgedreht, und zwar ein wenig über den Zündzeitpunkt hinaus, und dann in Drehrichtung gedreht, bis die Prüflampe aufleuchtet. Im Moment des Aufleuchtens der Prüflampe ist der Zündzeitpunkt an der Messuhr abzulesen. Befindet sich dabei die Zündung nicht im oben genannten Toleranzbereich, so ist durch Verdrehen des Axiallüfters die Messuhr auf 4,0 mm vor OT zu stellen. Nach dem Lösen der Grundplatte ist diese zu verdrehen, bis die Prüflampe gerade aufleuchtet. Danach ist die Grundplatte zu befestigen.
  7. Nachdem die Grundplatte befestigt ist, wird der Zündzeitpunkt und der Kontaktabstand der Unterbrecherkontakte nochmals kontrolliert. Bei Korrekturen des Kontaktabstandes ist die Zündung wiederum zu überprüfen.
  8. Analog erfolgt die Einstellung am 2. Zylinder. Wesentlich ist, dass bei einer erforderlichen Korrektur des Zündzeitpunktes durch Verdrehen des auf der Grundplatte befestigten Segmentes der gleiche Zündzeitpunkt eingestellt wird, wie er am Zylinder 1 bereits eingestellt ist. Die Toleranz beträgt 0,05 mm.

Erfolgt eine Zündeinstellung mit elektrischen Prüfgeräten, so sind folgende Schließwinkel des Unterbrechers zu beachten:
bei 700 min-1 132 ± 5° Kurbelwinkel und bei 4500 min-1 127 ± 5°Kurbelwinkel.

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6.1.2. Zündstörungen

2004-01-01 00:00:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (4) (Gelesen: 8533)

Voraussetzung für eine normal funktionierende Zündanlage ist eine ordnungsgemäße Vergasereinstellung, Die Zündkerzen müssen den vorgeschriebenen Wärmewert (siehe technische Daten) und Elektrodenabstandaufweisen.

Ursachen von Zündstörungen können sein:

  1. Kerzenstecker defekt:
    Die Überprüfung erfolgt, indem das Zündkabel bei laufendem Motor in etwa 7 mm Abstand von der Zündkerze gehalten wird. Arbeiten dabei beide Zylinder, so ist der vorher demontierte Kerzenstecker die Ursache. Hat der Stecker Masseschluss, so ist er gegen einen neuen auszutauschen.
  2. Kabelbruch bzw. lose Verbindungen:
    Alle Kabel auf Festsitz und Scheuerstellen untersuchen und notfalls erneuern.
  3. Bruch der Kontaktschienen:
    Infolge Oxidation ist die Verbindung zwischen Unterbrecherkontakt und Kondensator - die Kontaktschiene - gebrochen. Ist ein Auswechseln momentan nicht möglich, so muss die Verbindung behelfsmäßig mit einem Stück Draht hergestellt werden.
  4. Kontaktabstand zu groß:
    Die Kontaktflächen sind mit einer Kontaktfeile zu glätten bzw. die Kontakte gegen neue auszutauschen und der vorgeschriebene Abstand von 0,4 ± 0,05 mm einzustellen. Danach ist die Zündeinstellung zu überprüfen.
  5. Kondensator defekt:
    Helle Funkenbildung zwischen den Kontakten bei laufendem Motor wird dabei festgestellt. Auch Zündstörungen im oberen Drehzahlbereich des Motors haben ihre Ursache in defekten Kondensatoren. Der schadhafte Kondensator ist prinzipiell auszuwechseln.
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6.1.3. Wartung der Zündanlage

2004-01-01 00:00:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (3) (Gelesen: 8514)

Die Zündeinstellung ist bei jeder Durchsicht zu kontrollieren und eventuell zu korrigieren.
Des weiteren sind alle 5000 km die Lagerstellen der Unterbrecher und der Schmierfilz des Nockens mit Spezialöl B 2 zu ölen, da sonst ein übermäßiger Verschleiß am Unterbrecher und somit eine schnelle Verstellung des Kontaktabstandes die Folge ist. Wesentlich ist die Dosierung des aufzubringenden Öles (4...5 Tropfen), damit bei der Betriebstemperatur des Motors und der damit verbundenen Dünnflüssigkeit des Öles die Kontakte nicht verölen und so Zündstörungen verursachen. In solchen Fällen sind die Kontakte auszubauen und in Trichlorethylen (C2HCl3) zu säubern. Die Kontaktflächen müssen vollkommen fettfrei sein.
Die Kondensatoren sind mit Hilfe eines Kondensatorprüfgerätes zu überprüfen. Grauer Niederschlag an den Kontaktflächen bzw. übermäßiger Abbrand der Kontakte deuten ebenfalls auf schadhafte Kondensatoren hin.
Zündkerzen sollten nach einer Laufzeit von 10000 km prinzipiell ausgewechselt werden, da nach dieser Zeit Kriechströme am Isolator keinen starken Zündfunkenmehr zulassen und die Stromaufnahme der Kerzen zu hoch wird. Die Reinigung von Zündkerzen erfolgt durch Benzin und anschließendes kräftiges Ausblasen. Eine Reinigung mit einer Stahlbürste ist zu unterlassen, da so der Isolator zerkratzt und die Lebensdauer der Zündkerze verkürzt wird.

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6.2. Anlasser wechseln

2004-01-01 00:00:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (3) (Gelesen: 7893)

Ausbau:

  1. Minusklemme an der Batterie abklemmen.
  2. Kühlerschürze abnehmen.
  3. Gummischutzkappe vom Magnetschalter des Anlassers zurückschieben und beide Kabel abklemmen.
  4. Kabel der Klemme 50 abschrauben.
  5. Die beiden zur Anlasserbefestigung dienenden Inbusschrauben (J 10) entfernen und Anlasser abnehmen.

Beim Einbau ist auf den richtigen Kabelanschluss und auf saubere Verbindungzwischen Kabel und Anschlussklemme zu achten.
Für die Instandhaltung des Anlassers sind die AKA-Vertragswerkstättenzuständig.

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6.3. Lichtmaschine

2004-01-01 00:00:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (1) (Gelesen: 7808)
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6.3.1. Lichtmaschine wechseln

2004-01-01 00:00:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (3) (Gelesen: 7875)

Ausbau:

  1. Kühlerschürze abnehmen.
  2. M8-Schraube an der Spannstrebe für die Keilriemenspannung abschrauben und abnehmen.
  3. Beide M8-Schrauben am Halter der Lichtmaschine lösen und Keilriemen abnehmen.
  4. Schutzkappe für die Kabelanschlüsse abnehmen und Kabel abklemmen.
    D + grün 6 mm2
    D - braun 0,75 mm2
    DF blau/grün 1 mm2
  5. M8-Schrauben am Halter der Lichtmaschine abschrauben und Lichtmaschine abnehmen.

Beim Einbau ist auf saubere Kabelverbindungen und richtigen Anschluss zuachten. Außerdem ist der Keilriemen nach erfolgter Montage zu spannen (siehe Abschnitt 2.6.1.).
Für die Instandhaltung sind AKA-Vertragswerkstätten zuständig.

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6.3.2. Lichtmaschine und Regler überprüfen

2004-01-01 00:00:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (3) (Gelesen: 7884)

Auf dem Prüfstand gelten folgende Werte:
Für 2600 min-1 sind 36,5 A bei einem Nennstrom von 36,7 A zu erreichen:
für 3000 min-1 sind 55,0 A der Richtwert.

Für die Prüfung der Lichtmaschine in Verbindung mit dem Regler gilt:
Einschaltspannung 6,4...6,8 V
Abschaltspannung 5,6...6,2 V
Leerlaufspannung 7,2...7,8 V
Nennlastspannung 6,9...7,3 V, bei Nennstrom 36,7 A.

Die Überprüfung erfolgt mit einem Voltmeter, das an Klemme 51 und an Masse angelegt wird.
Bei der Überprüfung ist besonders zu beachten, dass die Nennlastspannung nichthöher als die Leerlaufspannung liegt, da dann der Regler gewechselt werden muss. Eine Korrektur der einzelnen Spannungen ist durch Nachbiegen der Metallschienen am Anker der Reglerkontakte durchzuführen. Solche Korrekturen sind erforderlich, wenn die Batterie überlastet und damit ständig leer wird oder durch einen extrem hohen Ausfall von Glühlampen, die auf Grund zu hoher Spannungen schadhaft werden.
Vorsicht! Bei der Montage der Reglerkappe darf es zu keinem Masseschluss kommen. Es ist deshalb angebracht, das Pluskabel von der Batterie abzuklemmen, bis die Reglerkappe ordnungsgemäß montiert ist.

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6.4. Batterie

2004-01-01 00:00:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (3) (Gelesen: 7790)

Auch ohne angeschlossene Verbraucher entlädt sich die Batterie je Tag um etwa 1 % ihrer Nennkapazität. Begünstigend wirken darauf Oxidation und hohe Temperaturen. Wird längere Zeit nicht gründlich aufgeladen, so ist Sulfatation die Folge. Das erkennt man an starker Zellenerwärmung beim Laden und geringere Leistung der Batterie. Sulfatation kann beseitigt werden, indem mit 10 % des normalen Ladestromes eine Ladung erfolgt. Das Laden ist beendet, wenn alle Zellen gleichmäßig gasen und die Ladespannung 2,6 V je Zelle erreicht hat. Die erreichte Ladespannung sowie die Säuredichte von 1,28 g/cm3 müssen nach 2 Stunden noch unverändert sein, dann ist die Sulfatation beseitigt.

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6.4.1. Batterie laden

2004-01-01 00:00:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (3) (Gelesen: 7792)

Eine Batterie muss geladen werden, wenn die Spannung je Zelle auf 1,75 V abgesunken ist. Dazu ist der positive Pol der Ladeleitung mit dem Pluspol der Batterie und der negative Pol der Ladeleitung mit dem Minuspol der Batterie zu verbinden. Der Ladestrom darf maximal 10 % der Nennkapazität betragen, so ist z. B. eine 56-Ah-Batterie mit max. 5,6 A Ladestrom aufzuladen. Die Verschlussstopfender Batteriezellen sind während des Ladevorganges herauszuschrauben.
Der Säurespiegel einer geladenen Batterie soll 15 mm über den Platten liegen. Zum Nachfüllen darf nur destilliertes Wasser verwendet werden. Nur wenn die Säuredichte einer mit Ruhepausen aufgeladenen Batterie unter 1,28 g/cm3liegt, darf verdünnte Schwefelsäure von 1,28 g/cm3 Dichte aufgefüllt werden.

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6.4.2. Wartung und Pflege der Batterie

2004-01-01 00:00:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (3) (Gelesen: 7790)

Die Lebensdauer der Batterie ist im wesentlichen von ihrer Pflege abhängig. Besonders das Batterieoberteil muss stets sauber gehalten werden.

  1. Die Polschuhe der Anschlusskabel und die Polbrücken sind nach der Säuberung mit Batteriefett einzufetten.
  2. Die Batterie ist stets trocken zu halten.
  3. Die Entlüftungslöcher der Verschlussstopfen sind frei zu halten.
  4. Die Zellenspannung ist regelmäßig mit einem Voltmeter, die Säuredichte mit einem Aräometer zu kontrollieren.
  5. Der Säurestand in den Zellen ist alle 2...4 Wochen, je nach der Umgebungstemperatur, zu kontrollieren.
  6. Wird eine Batterie längere Zeit außer Betrieb gesetzt, so ist sie am besten unter Vorschaltung eines entsprechenden Widerstandes mit sehr schwachem Strom ununterbrochen zu laden, so dass die Zellenspannung auf 2,1...2,2 V je Zelle gehalten wird. Ist das nicht möglich, dann muss die Batterie einmal im Monat aufgeladen und jeden 3. Monat entladen und geladen werden.
  7. Ungefüllte Batterien sind dicht verschlossen in einem kühlen und trockenen Raum aufzubewahren. Sie können 2...3 Jahre gelagert werden. Bei Inbetriebnahme neuer Batterien hat, nachdem die Batterie mit Schwefelsäure von 1,28 g/cm3 Dichte aufgefüllt wurde, das Laden mit 5 % der Nennkapazität zu erfolgen. Vor dem Laden ist eine 5-stündige Ruhepause einzulegen damit sich die Platten mit Säure voll saugen können. Steigt die Temperatur der Batterie während des Ladevorgangs über 45 °C an, so ist die Ladestromstärke zu reduzieren und es sind während des Ladens Ruhepausen notwendig.
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