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Eine Sammlung wichtiger Texte für den Trabantschrauber. Weitere Texte können gerne auch mit Quellenangabe an uns gesendet werden. Nach gründlicher Prüfung erfolgt gegebenenfalls die Veröffentlichung. Für eine Kontaktaufnahme bitten wir die Informationen im Impressum zu nutzen.

Was nützt die Kraftstoff-Momentanverbrauchs-Anzeige?

2003-09-27 00:00:01 Geändert: 2014-07-25 10:18:53 (2) (Gelesen: 6552)
Wenn wir uns in der KFT (KraftfahrzeugVerkehrsTechnik) bisher in mehreren Artikeln mit den Anzeigemöglichkeiten des momentanen Kraftstoffverbrauchs aus wissenschaftlicher Sicht auseinandergesetzt haben, so wollen wir an dieser Stelle über unsere eigenen, praktischen Erfahrungen berichten, die wir mit einer Kraftstoffmomentanverbrauchs-Anzeige (vom Hersteller kurz KMVA genannt) am Trabant 601 S de Luxe sammelten.
Während mit technischen Neuerungen, konstruktiven Verbesserungen an Motor und Vergaser objektiv der Kraftstoffverbrauch reduziert wird, obliegt es dem Fahrer durch Fahrweise, Geschwindigkeit und Gangwahl subjektiv Einfluss auf den Verbrauch zu nehmen. Hilfestellung soll die seit Mitte 84 beim Trabant serienmäßige KMVA geben.
Zugegeben, wenn erfahrene Kraftfahrer statt der gewohnten Vorratsanzeige ein Instrument mit farbigen LED in relativer Abhängigkeit der Gaspedalstellung aufleuchten sehen, geht es nicht ohne Vorurteil ab. Doch ernst nehmen wollten wir dieses Hilfsmittel zur Verbrauchseinsparung allemal. Der Fahrbetrieb bewies dann auch recht bald, dass sich unter Beachtung der Anzeige die persönliche Fahrweise tatsächlich optimieren lässt.
Ungeübte, doch auch Kraftfahrer, denen die Kriterien für den Kraftstoffverbrauch geläufig sind, kann die KMVA nützlich sein, schließlich regt die ständige Anzeige zum ökonomischen Erfolgsdenken an.
Darüber hinaus erwies sich bei uns: Störungen, die mit einem Kraftstoffmehr- oder -minderverbrauch verbunden sind, werden direkt angezeigt (Startklappe gezogen, Schwimmernadelventil hängt, verschmutzter Luftfilter oder Kraftstoffhahn noch nicht geöffnet).
In der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs fehlt die Aussage, dass Beschleunigungsvorgänge grundsätzlich von der jetzigen KMVA nicht optimiert werden können. Unabhängig von der Anzahl der aufleuchtenden Dioden ist ein kurzzeitiges, zügiges Beschleunigen dem langsamen Erhöhen der Geschwindigkeit im Sinne der Verbrauchsökonomie vorzuziehen.Erfreulich gut placiert liegt die KMVA blendfrei im Sichtfeld des Fahrers. Zu bedenken ist, dass die farbig leuchtenden LED leicht vom Verkehrsgeschehen - zumindest solange ein Neuigkeitseffekt wirkt - ablenken können und den Fahrer In Stresssituationen zusätzlich belasten. Eine Abschaltmöglichkeit wäre hier wünschenswert.
Bei der verwendeten KMVA wird der momentane Kraftstoffverbrauch als Durchflussmenge direkt in l/h angezeigt. Sie ist daher als Tendenzanzeige zu werten und lässt Schlussfolgerungen auf den wegbezogenen Kraftstoffverbrauch in 1/100 km nicht direkt zu. Die eigentliche Information für den Fahrer ist damit nicht kostenproportional. Für die Fahrpraxis von Vorteil ist die Aussage, dass oftmals durch verkleinerte Drosselklappenöffnung bei nur geringer Geschwindigkeitseinbuße eine Kraftstoffeinsparung möglich ist.
Doch hier gibt es auch Einschränkungen, über die der Benutzer informiert sein sollte. Systembedingt kommt es im unteren Geschwindigkeitsbereich zu Fehlanzeigen. Ist die Kraftstoffverbrauchskurve in l/h durch einen relativ steilen, stetigen Anstieg gekennzeichnet, so fällt die wirkliche, streckenbezogene Verbrauchskurve bis zu einem Minimum ab und steigt dann bis zum Höchstwert an. Berücksichtigt man diese Fehlanzeige nicht, wird man zu untertourigem Fahren veranlasst, das einen höheren Kraftstoffverbrauch zur Folge hat.
Während die KMVA 30 km/h im 4. Gang als besonders sparsam empfiehlt, liegt der Verbrauch dort um rd. 1,5 l/100 km höher als bei 55 km/h. Bei 55 km/h im 4. Gang wird jedoch mit 3 LED ein höherer momentaner Verbrauch bescheinigt. Abhilfe brächte hier die Verwendung einer geschwindigkeitsbezogenen Anzeigeeinrichtung, die jedoch mit entsprechend höherem elektronischem Aufwand realisierbar wäre. Wir sind für eine Weiterentwicklung in dieser Richtung, zumal es dann einfach würde, Durchschnittswerte und Schaltempfehlungen anzuzeigen. Vielleicht wäre es ein Weg zum Bordcomputer als Wunsch- oder Zusatzausrüstung.
Obwohl der Kraftstoffverbrauch bei motorsportlicher Betätigung meist weniger von Bedeutung ist, spielte er bei unserer schon erwähnten Fahrt zu einer Journalisten-Rallye in Lublin (VR Polen) eine große Rolle. Auf dem Wege dahin sollte Warschau von Poznan aus mit der Tankfüllung erreicht werden (366 km und 6,6 l/100 km). Dabei half das Gaspedal mit Druckpunkt, da man bis dahin mit Sicherheit im sparsamen Bereich ohne leistungsorientierte Gemischanreicherung fährt. Hinsichtlich Aufwand und Nutzen ist diese mechanische Denkstütze der KMVA eigentlich überlegen und passt irgendwie auch besser zum Trabant.

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Quelle: Kraftfahrzeugtechnik, Berlin 35 (1985) 3

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