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Eine Sammlung wichtiger Texte für den Trabantschrauber. Weitere Texte können gerne auch mit Quellenangabe an uns gesendet werden. Nach gründlicher Prüfung erfolgt gegebenenfalls die Veröffentlichung. Für eine Kontaktaufnahme bitten wir die Informationen im Impressum zu nutzen.

Hinweise zur Fehlerbeseitigung am Vergaser 28 H 1-1

2010-04-12 19:45:38 Geändert: 2010-07-20 21:15:36 (5) (Gelesen: 9923)
VEB BERLINER VERGASER- UND FILTERWERKE
- Abteilung Kundendienst -

Februar 1988

Hinweise zur Fehlerbeseitigung am Vergaser 28 H 1-1

Die tägliche Praxis zeigt, dass seit der Einführung des Vergasers 28 H 1-1 am PKW TRABANT bis heute doch noch verschiedentlich Probleme bei der Fehlerabstellung bestehen. Aus diesem Grunde geben wir nachstehende Hinweise zur gezielten Abstellung der am häufigsten auftretenden Vergaserfehler. Bevor spezielle Arbeiten am Vergaser durchgeführt werden, ist zu Überprüfen, ob die folgenden Grundvoraussetzungen gegeben sind:

  • Einwandfreier mechanischer Zustand des Motors, dazu zählt u.a. eine den Werksvorschriften entsprechend abgedichtete Kurbelwelle;
  • Ordnungsgemäße Zündeinstellung je nach Ausführungsvariante des Motors;
  • Ausreichendes Grundspiel des Gas- und Starterseilzuges;
  • Kontrolle des vorgeschriebenen Ladestromes der Lichtmaschine von 5 A;
  • Absolute Dichtheit zwischen Vergaserflansch und Motor sowie einwandfreie und nicht verschlissene Lagerung der Drosselklappenwelle des Vergasers.

Diverse Hinweise zur Einstellung und Instandsetzung der Vergaser 28 H 1-1 erfolgten z.B. in den SACHSENRING - Informationsdiensten-Nr. Tr.536, Tr.541, Tr.544, Tr.552, Tr.555, Tr.562 und auch im Reparaturhandbuch PKW TRABANT (Weiterentwicklung) !

Am häufigsten treten erfahrungsgemäß folgende Fehler auf:

1. Motor springt schwer an

  • Starterklappe schließt bzw. öffnet nicht vollständig: Starterklappenlagerung durch Einsprühen mit Antirostspray und mehrmaliges Betätigen der Starterklappe gangbar machen. Wird dadurch keine Leichtgängigkeit der Starterklappe erzielt, ist der komplette Ansaugkrümmer auszuwechseln.
  • Startstellung der Drosselklappe stimmt nicht:
    Vergaser ausbauen, Startstellung kontrollieren und ggf. neu einstellen.
    Einbaumaße: Ansaugkrümmer (alte Ausführung) = 1,0 ± 0,1 mm Spaltmaß (für Hycomat-Fahrzeuge und andere Problemfälle = 0,6 ± 0,1 mm Spaltmaß)
    Ansaugkrümmer (neue Ausführung) = 0,9 ± 0, 1 mm Spaltmaß (generell!)
    Den angegebenen Spaltmaßen entsprechen folgende Maße des Drosselklappenweges (DW):
    0,6 ± 0,1 mm
    0,9 + 0,1 mm
    1,0 ± 0, 1 mm
     = 2.6 ± 0,2 mm DW
     = 3,5 + 0,2 mm DW
     = 3.7 ± 0,2 mm DW
    Messmittel: Messstift 0,9 mm (bzw. 0,6 mm) Durchmesser oder Messbrücke mit Messuhr und Taststift

2. Motor hat keinen oder schlechten Leerlauf

Grundvoraussetzung für die Begutachtung und Einstellung des Leerlaufs ist ein warm gefahrener und auf Betriebstemperatur befindlicher Motor. Weiterhin ist zu überprüfen, ob die Ursache für den schlechten Leerlauf evtl. durch klimatische Bedingungen (Vergaservereisung, Wasser usw.) hervorgerufen wurde.

2.1. Leerlaufkontrolle bzw. einstellung (Vergaser eingebaut)

  • Leerlaufdrehzahl mit Drehzahlmesser kontrollieren und ggf. mit der Umgemischschraube (UGS) nachregulieren.
    Einstellwert: 600 bis 700 u/min (bei eingeschaltetem Abblendlicht oder Scheinwerfer)
    Messmittel: Drehzahlmesser
  • CO-Gehalt der Abgase überprüfen und ggf. mit der Leer1auf-gemischschraube (LGS) bei Beachtung der Leerlaufdrehzahl einregulieren
    Einstellwert: 2,0 bis 3,5 Vol-% COL
    Messmittel: Infralyt-Gerät, Drehzahlmesser

2.2. Leerlaufkontrolle bzw. -einstellung (Vergaser ausgebaut)

  • Sichtkontrolle nach offensichtlichen Mängeln, wie z.B. lose oder fehlende Teile;
  • Kontrolle der Grundeinstellung der Drosselklappe im Leerlauf und ggf. Korrektur.
    Einstellwert: 0,05 bis 0,10 mm Drosselklappenweg, wobei das kleinere Maß anzustreben ist
    Messmittel: Messbrücke mit Messuhr und Taststift
  • Demontage des Leerlaufsystems und intensive Reinigung der Düsen und Kanäle mit Druckluft. Dabei ist besonders zu beachten:
    1. Kraftstoff führende Düsen (LD= 45, LGD- 70, HD= 113) lose oder verstopft;
    2. Lose oder fehlende Luft führende Düse (LLD= 100);
    3. Verstopfte Leerlaufkanäle;
    4. Abdichtungen (Gummi-Rundringe) der Regulierschrauben verschlissen;
    5. Dichtungen an Verschlussschrauben beschädigt.
  • Kontrolle der Niveau regelnden Teile (Dichtheit des Schwimmernadelventils und Schwimmers !) mit abschließender Überprüfung und ggf. Einstellung der vorgeschriebenen Kraftstoffhöhe. Dabei ist darauf zu achten, dass die Schwimmerlagerung zum Zylinderstift kein zu hohes Spiel haben darf, dieselbe aber trotzdem leichtgängig sein muss.

    Einstellwert: 26 ± 1,5 mm Kraftstoffhöhe (bei 0,6 m Kraftstoffsäule), von der Schwimmergehäuseoberkante gemessen
    Messmittel: Standrohr zum Messen der Kraftstoffhöhe

2.3. CO-Gehalt im Leerlauf zu hoch oder zu niedrig

  • Vergaser eingebaut: Leerlaufregulierung ist vorzunehmen (siehe Abschnitt 2.1.)
  • Vergaser ausgebaut: Leerlaufsystem des Vergasers kontrollieren bzw. reinigen (siehe Abschnitt 2.2.)

3. Motor hat schlechten Übergang

Voraussetzung für das einwandfreie Übergangsverhalten des Motors ist ein vorschriftsmäßig eingestellter Leerlauf.

Fehlerursachen können sein:

  • Kraftstoffhöhe zu niedrig;
  • Mischrohr verschmutzt;
  • loser Zerstäuber;
  • Zerstäuberdichtung dichtet nicht ab, fehlt oder ist beschädigt;
  • Zerstäuber grathaltig.
    ACHTUNG! Bei der Montage des Zerstäubers ist auf mittige Zentrierung desselben zu achten!
    Messmittel: Standrohr zum Messen der Kraftstoffhöhe

4. Motor hat eine schlechte Leistung

Voraussetzung für die einwandfreie Leistung des Motors ist ein ordnungsgemäßer Kraftstoffdurchfluss im Kraftstoffhahn (Durchflussmenge mindestens 0,25 l/min. Anzeige der KMVA beachten!), das Tanken des vorgeschriebenen Mischungsverhältnisses 1 : 50 sowie ein sauberer und trockener Luftfiltereinsatz.

Fehlerursachen können sein:

  • Verschmutzungen im Schwimmergehäuse;
  • Schwimmernadelventil undicht oder falsch (SNV 25);
  • verstopfte oder falsche Düsen (HD= 113, ZD= 45, ALD= 100, MR= 8 x 0,8);
  • Kraftstoffhöhe zu niedrig.
    Einstellwert: 26 ± 1,5 mm Kraftstoffhöhe (bei 0,6 m Kraftstoffsäule), von der Schwimmergehäuseoberkante gemessen
    Messmittel: Standrohr zum Messen der Kraftstoffhöhe
  • Drosselklappe öffnet nicht voll;
  • Anreicherungsventil öffnet nicht, Stößel klemmt;
  • Anreicherungsventil öffnet zu spät, Einsatzpunkt kontrollieren und ggf. neu einstellen.
    Einstellwert: 7,95+0,4 mm Drosselklappenweg bzw. 4, 20 + 0, 3 mm Spaltmaß
    Messmittel: Messbrücke mit Messuhr und Taststift bzw. Messstift 4,2 mm Durchmesser
  • loser Zerstäuber oder Zerstäuberdichtung dichtet nicht ab, Zerstäuber grathaltig oder porös. Bei der Montage des Zerstäubers auf zentrischen Sitz desselben achteni

5. Schlussbemerkung

Bei den hiermit vorliegenden Hinweisen zur Abstellung der am häufigsten auftretenden Vergaserfehler wurde von elementaren Kenntnissen der Instandsetzung von Vergasern ausgegangen. Für sämtliche Arbeiten am Vergaser 28 H 1-1 werden zwingend Kenntnisse über die Funktion des Gerätes vorausgesetzt. Die vorliegende Auflistung ist eine Ergänzung zu den bisher erschienenen Dokumentationen zum Vergaser 28 H 1-1. Besonders sei hier auf die bereits eingangs aufgeführten Informationsdienste des VEB SACHSENRING Automobilwerke Zwickau und auch auf das Reparaturhandbuch des PKW TRABANT verwiesen.

Aus den Erfahrungen möchten wir noch folgende Hinweise geben:

  1. Nach jeglichem Eingriff am Vergaser ist abschließend stets eine Überprüfung der Vergaser-Grundeinstellung (Startstellung der Drosselklappe, Leerlaufgrundstellung der Drosselklappe und Einsatzpunkt des Anreicherungssystems) durchzuführen und ggf. eine Nachjustierung vorzunehmen.
  2. Bei sämtlichen Arbeiten an den Niveau regelnden Teilen hat abschließend immer eine Kontrolle der Kraftstoffhöhe zu erfolgen.
  3. Nach jeder Leerlauf-Abgasregulierung ist die Leerlaufgemisch-Regulierschraube mit einem neuen der hierfür vorgesehenen Plastestopfen zu plombieren.
  4. Bei Reinigungsarbeiten mit Druckluft ist darauf zu achten, dass die Öffnung für die Schwimmergehäuse-Belüftung im Ansaugkrümmer (Schlauchnippel) nicht der Druckluft ausgesetzt werden darf, da es sonst zu einer Beschädigung des Schwimmers kommt!
(232) Bf/155/88 - 4.8
Bewerten - Schlecht Gut · 54 Bewertungen · Note Ausreichend

Meinungen zum Thema (1)

  • 2010-07-20 21:15:36
    Hallo Trabifans, mein Trabi, den ich schon 23 Jahre besitze, bewege ich leider nur selten. Im Frühjahr war ich erstaunt, daß das Gaspedal sich nicht bewegen ließ. Die Luftklappe war so fest, daß ich den V. ausbauen musste und mit Spray und Gefühl die Beweglichkeit wieder hergestellt hatte.
    Also, bewegt den Trabbi staendig, was ich jetzt auch tun werde.

    Gruß Wolfgang(59)
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