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Technik-Texte

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Hinweise zur Schmierung des Trabant-Getriebes

2004-03-24 00:00:01 Geändert: 2014-08-13 10:15:14 (2) (Gelesen: 7880)

In Auswertung der im VEB Sachsenring vorliegenden Anfragen zur Getriebeschmierung halten wir es erforderlich, einmal umfassend den Werksstandpunkt darzulegen. Die Gesamtkonzeption eines jeden Getriebetyps ist in der Regel so ausgelegt, dass eine hohe Lebensdauer bei günstigem Funktionsverhalten erreicht wird. Das Trabant-Getriebe entsprach dieser Forderung schon immer in vollem Umfang. Von Interesse ist hierbei, dass seine Ansprüche an das Schmiermittel relativ niedrig liegen. Auf den Einsatz besonders hochwertiger und damit auch preisintensiver Schmiermittel oder Zusatzmittel konnte verzichtet werden.

Auswahl des Schmiermittels

Langjährige Trabantfahrer wissen, dass vor längerer Zeit das unlegierte Motorenöl M 70 Verwendung fand. Bereits zu diesem Zeitpunkt fanden Abstimmungen mit der Schmierölindustrie statt, um ein günstigeres Öl für das Trabant-Getriebe bereitzustellen. Folgende Erkenntnisse waren dabei besonders zu beachten:

  • Zu dickflüssige Öle führen zu erhöhten Reibverlusten im Getriebe und damit zu höherem Kraftstoffverbrauch. Außerdem verschlechtert sich die Schaltbarkeit des Getriebes bei niedrigen Außentemperaturen.
  • Zu dünnflüssige Öle führen zu einer höheren Geräuschbildung besonders im Leerlauf und unter Umständen auch zu einem größeren Verschleiß einzelner Teile.

Das nach umfangreichen Versuchen ausgewählte Hydrauliköl wurde den unterschiedlichen Bedingungen und Temperaturen im praktischen Fahrbetrieb besser gerecht. Zum damaligen Zeitpunkt lautete seine Bezeichnung E 36, später HLP 36. Seit nunmehr über 2 Jahren wird ein verbessertes Öl unter der Bezeichnung HLP 68 im Fachhandel angeboten. Dieses HLP 68 ist für alle Trabant-Getriebe im Sommer und im Winter einsetzbar. Es enthält Korrosionsschutzadditives und weist eine verbesserte Alterungsstabilität auf. Damit war es möglich, die Wartungsintervalle zu erhöhen. Die bei der Anwendung des Öles HLP 68 im Werk Sachsenring vorliegenden Erfahrungen sowohl aus der Versuchsabteilung als auch aus den nunmehr über 900 Vertragswerkstätten sind eindeutig positiv. Die Funktionstüchtigkeit und die Lebensdauer sowohl des Gesamtgetriebes als auch aller Einzelteile sind völlig befriedigend. Vorzeitige Ausfälle des Getriebes sind keine Konstruktions- oder Materialfehler, sondern in der Regel auf versäumte Ölwechsel bzw. auf eine zu geringe Ölfüllmenge zurückzuführen.

Ölwechsel und Ölmenge

Der erste Getriebeölwechsel bei 500 bis 1000 km ist zur Zeit noch erforderlich, da der metallische Abrieb der neuen Teile und die damit verbundene Ölverschmutzung dazu zwingt. Die weiteren Ölwechsel sind nach jeweils 30 000 km bzw. vier Jahren bei normaler Belastung des Fahrzeuges notwendig. Bei jedem Ölwechsel sind nach dem Ablassen und dem Reinigen des Magnetes, der sich in der Verschlussschraube befindet, insgesamt 1,5 Liter HLP 68 aufzufüllen.

Seit dem Einsatz von Radialwellendichtringen D 58 x 80 x 10 mit Rückförderdrall und Staubschutzlippe (Serieneinsatz ab April 1979, Getriebe-Nr. 149) genügt eine Ölnachfüllmenge von 1,3 Liter. Wir möchten in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam machen, dass wir gegenwärtig die Getriebegehäuseform überarbeiten, um die Nachfüllmenge weiter in Richtung 1,0 Liter zu verringern. Die Untersuchungen verlaufen positiv.

Im Rahmen jeder Durchsicht ist eine Kontrolle des Ölstandes erforderlich. Fehlendes Öl bzw. Ölspuren unter dem abgestellten Wagen sind immer verdächtig und bedürfen einer Tiefenprüfung in der Werkstatt. Ölfüllmengen unter 0,5 Liter gefährden den Betrieb und führen zu schweren Getriebeschäden. Außerdem führt Ölverlust immer zur Verschmutzung der Umwelt, nicht nur des Parkplatzes. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass die Zugabe von irgendwelchen Zusätzen, wie zum Beispiel Molybdändisulfid, keine Vorteile bringt. Es wurde festgestellt, dass sie zum Teil die Synchroneinrichtungen zusetzen und deren Funktion verschlechtern.

Andere Schmiermittel

Die Tabelle informiert über die Viskosität bei 50°C sowie über den Stockpunkt verschiedener Öle. Der Stockpunkt gibt an, bei welcher Temperatur das Öl nicht mehr fließt, sondern zum Stocken kommt und damit ein Verlust der Schmierfähigkeit eintritt. Die Viskosität (hier noch in Centistoke) kennzeichnet die Zähigkeit des Öles. Je größer die Viskositätszahl, desto dickflüssiger ist das Öl.

Schmiermittel Viskosität bei 50°C Stockpunkt °C

H LP 68 32...40 -20
M 70 65...75 -20
M 95 90... 100 -15
GL60 53...68 -25
MV 244 60...70 -25

M 70 und M 95 sind unlegierte Motorenöle, GL60 ist ein spezielles legiertes Getriebeöl und MV 244 ein spezielles legiertes Motorenöl für Viertaktmotoren. Im Vergleich dazu schneidet das HLP 68 besonders im Viskositätsverhalten sehr günstig ab. Das macht sich erst recht im Winterhalbjahr bemerkbar. Hieraus resultiert die gute Schaltbarkeit des ausgekühlten Getriebes, zum Beispiel bei - 10°C, gegenüber allen anderen Vergleichsölen. Vergleichende Untersuchungen am Getriebe haben ergeben, dass der Kraftstoffverbrauch bei Einsatz von GL 60 bis zu 0,15 l/100 km und bei M 95 bis zu 0,5 l/100 km ansteigt. Deshalb orientiert das Werk Sachsenring auf die ausschließliche Verwendung von HLP 68, das von der Mineralölindustrie in ausreichendem Maße produziert wird. Sollte in einer Ausnahmesituation ein anderes Öl zum Einsatz kommen, so orientieren wir auf M 70 oder GL 60. All diese Festlegungen verfolgen das Ziel, bei voller Sicherung der Funktion und des Verschleißverhaltens des Getriebes die umfangreichen Bemühungen zur weltweiten Einsparung von Kraft- und Schmierstoffen wirksam zu unterstützen. Der VEB Sachsenring empfiehlt allen Trabant-Fahrern, nach diesen Richtlinien zu verfahren.

VEB Sachsenring
Abt. Kundendienst

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