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Technik-Texte

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Eine Sammlung wichtiger Texte für den Trabantschrauber. Weitere Texte können gerne auch mit Quellenangabe an uns gesendet werden. Nach gründlicher Prüfung erfolgt gegebenenfalls die Veröffentlichung. Für eine Kontaktaufnahme bitten wir die Informationen im Impressum zu nutzen.

Korrosionsschutz an Karosseriekanten

2007-01-17 17:21:19 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (1) (Gelesen: 6289)

Trabant 601

Der Trabant ist das einzige Fahrzeug im Typenangebot, an dessen Karosserie Duroplastteile verwendet werden. Das bedeutet, dass der Trabant weniger korrosionsanfällig ist als andere Pkw und den Fahrzeughalter im allgemeinen ein geringer Pflegeaufwand bei gleichzeitiger Kosteneinsparung erwartet. Dieser Vorteil gegenüber anderen Fahrzeugtypen gedeutet jedoch nicht, dass beim Trabant keinerlei vorbeugende Karosserieschutzmaßnahmen notwendig wären. An der Karosserie gibt es noch genug Stellen und Teile, die ohne einen zielgerichteten Schutz korrodieren. Die verwendeten Duroplastteile haben kaum tragende Funktion und erfüllen ihre Aufgabe in der Beplankung bzw. Verkleidung des Stahlblechgerippes. In einer Trabant-Werkstatt konnte erneut festgestellt werden, dass die von Pflegebetrieben vorgenommene Konservierung oft mangelhaft bleibt. "Konserviert" werden nämlich oft unnötigerweise die inneren Flächen der Duroplastteile, während die durch ablaufendes Kondenswasser gefährdeten Blechprofile und Kontaktstellen zu den geklebten Plaststellen nicht oder nur ungenügend eingesprüht sind.

Türinnenrahmen

Ein Schutz des inneren Türrahmens wird in erster Linie beim Einsprühen des Türinnenraumes (die Türverkleidung komplett abbauen!) erzielt. Dabei ist es notwendig, den unteren Abschnitt ungefähr bis in 40 cm Höhe einzusprühen. Bei richtiger Ausführung des Sprühvorganges anlässlich einer Hohlraumkonservierung läuft das Konservierungsmittel in den Spalt zwischen Innenblech und Plasteaußenhaut und dringt in die Stellen ein, wo die Klebeverbindung unterbrochen ist. Ein Schutz der äußeren Kanten wird durch Anwendung der Ölspritzkanne (Kriechspur an den senkrechten Kanten) bzw. Auftragen einer Schutzschicht mit getränktem schmalen Pinsel (Tuschpinsel) an der Türunterkante möglich.

Radkasten vorn und hinten

Auch diese tragenden Teile mit den unteren Profilblechen lassen sich bei fachgerechter Hohlraumkonservierung ausreichend schützen. Es ist aber notwendig, z. B. an den vorderen Trennwänden beim Einführen der Sprühsonde (vorhandene bzw. gebohrte Löcher) den Sprühschlauch so weit abzuwickeln, dass das Sprühmittel auch die äußeren Stellen und Profilbleche erreicht.
Vordere und hintere Blechkanten der Türholme, an denen die Verbindung mit den Plasteteilen durch Kleben hergestellt wird, sind durch Benetzung mit Elaskon unter Verwendung der Ölspritzkanne zu schützen.

Weitere Schutzmaßnahmen

Die beiden Nahtstellen des Frontmittelteiles, die Verstärkung bzw. die Haltebleche der Kofferklappe, die Verbindungsstellen am Heckteil und die Punktschweißnahtstellen am Regenablauf des vorderen Windlaufpfostens sind ebenfalls per Ölspritzkanne bzw. Pinsel mit Elaskon zu konservieren. Die beiden nach unten abgewickelten Schwellerkanten sind an der Trennstelle (Blechüberlappung mit Schweißverbindung) durch eine Schutzschicht bzw. durch Abdichten mit Chemieplast vorbeugend zu behandeln (von unten 1).
Bei der Limousine wird der Abdichtgummi der Kofferklappe durch abgewickelte Blechstreifen gehalten. Der sich an diesen Stellen schnell bildende Rost kann durch Auftragen eines Elaskonschutzfilmes (mit dem Tuschpinsel) verhindert bzw. verzögert werden. Beim Kombi besteht die Hecktür aus Stahlblech. Sie muss bei der Hohlraumkonservierung von innen - besonders im unteren Abschnitt - und an der umlaufenden Innenkante durch Kantenschutz konserviert werden.
Vor allem im unteren Türbereich (hier ohne Außenhaut fotografiert) ist ein Korrosionsschutz erforderlich (1). Zehn Jahre alt ist dieser Trabant, dessen Schweller völlig durchrostete, weil er ungeschützt blieb (2). Roststellen hinter der Beplankung der Hinterradschale (3) vermutet meist niemand. Nicht vergessen: die Nahtstellen am Frontmittelteil (4). Ein Blick unter die Kombidachkante zeigt oft erheblichen Rostbefall (5). Elaskon kann auch die Türkante im Bereich der Anlage der Duroplastaußenhaut schützen (6). Das Halteblech am Kofferraumscharnier (7) und die abgewinkelten Blechstreifen am Kofferraumdichtgummi (8) sind ebenso zu konservieren wie die "Naht" unterhalb des Heckfensters der Limousine (9).

Grundsätzliches zum Schluss

Zum Abschluss dieser Beitragsserie über den Schutz rostgefährdeter Kanten und Falze der Karosserie verschiedener Fahrzeugtypen noch einige allgemeine Hinweise: Zu dieser Jahreszeit sind die Voraussetzungen für Karosserieschutzmaßnahmen am günstigsten. Mindesttemperaturen von 20° Celsius sichern ein gutes Eindringen des Korrosionsmittels (Elaskon ML) in die Blechüberlappungen.
Schon bei den Konservierungsarbeiten kann es notwendig werden, einen auf die Lackflächen geratenen Elaskontropfen öder eine schlecht gezielte "Spur" wieder zu entfernen. Das erledigt man mit einem weichen Lappen, den man etwas mit Benzin oder Petroleum tränkt.
Das Elaskon zu entfernen, kann auch erforderlich werden, wenn eine Lackierung vorgesehen ist.
Die Vorteile des Korrosionsschutzmittels Elaskon ML, durch Bildung eines widerstandsfähigen Schutzfilms auch stärksten Korrosionsbeanspruchungen zu widerstehen, bedeuten leider, bei der Beseitigung des Belages einen entsprechenden Aufwand treiben zu müssen.
Die in den Beiträgen vorangegangener Hefte gegebenen Hinweise zum Schutz der Karosserieteile und die vermittelten Erfahrungen hinsichtlich der Schwachstellen an den betreffenden Karosserien erheben - das sei noch einmal betont - keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Aufgabe der Beitragsserie sollte es sein, Pflegemaßnahmen für das teuerste Ersatzteil, die Karosserie, zu empfehlen, die auch ohne Spezialkenntnisse vom Fahrzeughalter selbst ausgeführt werden können. Vorbeugender Korrosionsschutz ist auch deshalb notwendig, weil die Werkstätten trotz Propagierung der Hohlraumkonservierung nach wie vor mit Rostschäden konfrontiert werden, die weder von der Laufzeit noch vom Alter des Fahrzeuges oder den Einsatzbedingungen zu erklären sind und die dem Fahrzeughalter wie der Volkswirtschaft ständig hohe Kosten verursachen.
Nach wie vor beziehen die meisten Fahrzeughersteller ihre Pflegeempfehlungen (z. B. in den Durchsichtsheften) auf Bauteile, die sich bewegen, also mechanischem Verschleiß unterliegen. Für die teuerste Baugruppe aber, die Karosserie, gibt es kaum spezielle Pflegehinweise der Hersteller. Warum eigentlich nicht? Die Automobilhersteller wissen doch wohl am besten, dass die heutigen dünnwandigen Karosseriebleche infolge Korrosion mitunter schneller schrottreif sind als Trieb- und Fahrwerk des Wagens.
Im eigenen Interesse sollte der Pkw-Besitzer also die Karosserie seines Wagens nicht einfach ihrem Schicksal überlassen, sondern mit den empfohlenen Maßnahmen das Rosten wenigstens etwas aufhalten.


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Kfz-Meister Werner Wilhelm

Aus DDS 5/1978

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