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Heißer Ofen für den Winter

2007-04-09 12:51:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (6) (Gelesen: 7327)

Katalytöfen sind den meisten Kraftfahrzeugbesitzern bekannt. Früher waren sie ausschließliche Wärmequelle in Pkw, heutzutage sollen sie meistens nur die vorhandene Pkw-Heizung unterstützen, wenn es einmal sehr kalt sein sollte. Oder aber man stellt den Katalytöfen in den geparkten Pkw, um den Innenraum warm und die Scheiben frei zu halten.
Besitzer eines Katalytofens oder Interessenten beschäftigen manche Fragen, auf die der folgende Beitrag Antwort geben will. Es wurde uns von Dipl.-Ing. Kahlert aus dem VEB Kraftfahrzeugzubehörwerk Magdeburg, dem Herstellerbetrieb der Katalytöfen, zur Verfügung gestellt.


Bild 1

Wie funktioniert der Ofen?

Der Heizkörper besteht aus einem Kessel (1), den Dochten (2), einem Vergasungsraum (3), einem Heizpolster (4) und einem Schutzmantel (5). Die Zeichnung zeigt diese Teile. Die Inbetriebnahme des Ofens erfolgt durch Abbrennen einer Spiritusflamme. Ist der Katalyt-Ofen in Betrieb, so läuft folgender Vorgang ab:
Das Benzin verdunstet über die im Kessel eingearbeiteten Dochte und sammelt sich im Vergasungsraum. Beim Durchdringen des Heizpolsters verbindet sich das Benzingas im Beisein eine Katalysators mit dem Sauerstoff der Luft. Dabei erwärmt sich die Heizpolsteroberfläche auf über 300 Grad C. Als Verbrennungsprodukte werden die Abgase Wasserdampf und Kohlendioxyd frei.

Explosionssicher im Feuer

Bild 2
Bild 3

Auch Katalytöfen müssen den Schutzgütebestimmungen entsprechen. Deshalb werden die Heizkörper ständig überprüft. Das Institut für Bergbausicherheit in Freiberg überprüfte zum Beispiel auch die Explosions- und Brandsicherheit des Katalytofens.
Dazu wurde der Ofen in eine Abbrennpfanne gestellt, in der sich 2-l-Katalytbenzin befanden, die gezündet und abgebrannt wurden (Bild 2). Während des Brandes arbeitete das Heizpolster normal weiter. Auch nach Verlöschen der Flamme war der Ofen voll funktionsfähig. Eine Explosion erfolgte nicht.
In einem anderen Versuch wurde der Ofen nach zwei Stunden Brennzeit in eine Explosionskammer von 150-l-Inhalt gesetzt, die mit einem Wasserstoff-Luft-Gemisch als Indikator gefüllt war. Danach wurde Siedegrenzenbenzin 80/110 auf das Heizpolster getropft. Es kam nicht zur Zündung. Auch das Wasserstoff-Luft-Gemisch explodierte nicht.
Bei einem Brandversuch wurde ein mit Siedegrenzenbenzin 80/110 getränkter weißer Lappen auf das Heizpolster gelegt (Bild 3). Nachdem das in dem Lappen vorhandene Benzin verdampft war, nahm dieser eine bräunliche Färbung ein. Nach etwa drei Stunden färbte sich der Lappen schwarz, aber er entflammte nicht.
Diese Versuche beweisen, dass es sicherheitstechnisch keine Bedenken zum Einsatz von Katalytöfen in Kraftfahrzeugen und Garagen gibt.

Wird die Atemluft knapp?

Die Einsatzgebiete der Katalytöfen beziehen sich aber nicht nur auf den Kraftfahrzeugsektor. Als unabhängige Wärmequelle finden sie vielfach Verwendung, überall dort, wo Anschlüsse von Heizstellen an vorhandene Energieträgersysteme, wie Elektrizität, Dampf usw. nicht möglich sind, kann der Ofen eingesetzt werden. Es bietet sich an, diese unabhängige Wärmequelle in der Industrie und im Haushalt überall dort zu nutzen, wo beispielsweise Rohrleitungen vor dem Einfrieren geschützt oder auf bestimmten Temperaturen gehalten werden müssen. Auch Gärtnereien und landwirtschaftliche Betriebe könnten Katalytöfen zum Beheizen von Folienzelten (Aufzucht von Blumen und Gemüse) verwenden.
Da die Abgase in der Hauptsache eben nur Kohlendioxyd und Wasserdampf enthalten, eignen sich die Katalytöfen auch für relativ kleine Räume, zum Beispiel Krankabinen, Kioske, Motor- oder Segelbootkabinen usw.
Natürlich verbraucht auch ein Katalytöfen Sauerstoff, Er muss in Form von Frischluft regelmäßig zugeführt werden. Deshalb sollte man beispielsweise beim Betreiben eines Katalytofens in Fahrzeugen ohne Belüftungssysteme (Heizung oder Ventilator) ein Fenster fingerbreit geöffnet halten. Ansonsten kann es durch eintretenden Sauerstoffmangel, ähnlich wie bei starkem Rauchen, zu Kopfschmerzen kommen. Betriebliche Untersuchungen haben aber gezeigt, dass in keinem Falle Gesundheitsschädigungen eintreten können.
Rauchen im Fahrzeug schafft wesentlich schlechtere Luftverhältnisse, als das Betreiben des Katalytofens.

Kondenswasser im Wagen

Bei der Verbrennung von Benzindämpfen entsteht zwangsläufig Wasserdampf. Unter ungünstigen Bedingungen kann dadurch Kondenswasser im Wageninneren auftreten. Auch aus diesem Grunde ist eine Lufterneuerung notwendig, durch die die Abgase, wie CO2 und Wasserdampf, abgeführt werden. Hält man sich beim Betreiben des Ofens nicht an die Gebrauchsanweisung, kann es zu Funktionsstörungen kommen. Häufig wird anstelle des vorgeschriebenen Katalytbenzins (Siedegrenzenbenzin 80/110) Fahrbenzin zur Füllung des Ofens verwendet. Schon nach kurzer Betriebszeit lässt dann der Ofen in der Leistung nach. Das Fahrbenzin enthält nämlich öle, die das Heizpolster zusetzen können, zum anderen aber auch Bestandteile, die den Katalysator, das Herz des Ofens, zerstören. Deshalb sollte man für die Aufbewahrung des Katalytbenzins keine Kanister verwenden, in denen vorher Fahrbenzin transportiert wurde.
Eine Nachbemerkung: In Frostnächten kann man mit einem in den Motorraum gestallten Katalytöfen die Batterie ausreichend Warmhalten, um am nächsten Morgen Startschwierigkeiten zu vermeiden. Dieses Rezept funktioniert auch dann recht gut, wenn der Wagen ungeschützt im Freien steht. Dieses Verfahren bietet sich an, wenn der Wagen in größerer Entfernung von der Wohnung geparkt werden muss, wobei das Ausbauen und Nachhause-Tragen der Batterie mit unzumutbarem Aufwand verbunden wäre.

Die Redaktion

Übrigens: In den IFA-Fachfilialen gibt es Katalytöfen mit 0,5 bzw. 1-l-Fassungsvermögen für 15,30 bzw. 26,20 M.

Bewerten - Schlecht Gut · 26 Bewertungen · Note Ausreichend

Meinungen zum Thema (2)

  • 2008-07-21 16:08:58
    Der Bericht über den Gebrauch des Katalytofens ist inhaltlich sehr interessant. Leider haben sich die Bilder über den Text geschoben.
    Der Fehler ist gewiss zu beheben.
  • 2008-07-21 16:28:58
    Danke für den Hinweis. Nun sollte es wieder stimmen.
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