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Technik-Texte

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Eine Sammlung wichtiger Texte für den Trabantschrauber. Weitere Texte können gerne auch mit Quellenangabe an uns gesendet werden. Nach gründlicher Prüfung erfolgt gegebenenfalls die Veröffentlichung. Für eine Kontaktaufnahme bitten wir die Informationen im Impressum zu nutzen.

Sirokko Benzinheizung

2007-05-15 17:43:40 Geändert: 2015-07-13 15:02:11 (4) (Gelesen: 11325)

Benzinheizgerät OETF 1 - Betriebsanleitung

  1. Allgemeines
    Die Pkw-Benzinheizung OETF 1 ist ein selbstständiges Heizaggregat mit hohem thermischen Wirkungsgrad. Die Betätigung der Zündung, der Batterie- und Überhitzungsschutzes sowie des Nachlaufs erfolgt automatisch. Besonderer Vorteil: Beheizung von Fahrzeugen bei Stillstehendem Verbrennungsmotor.
  2. Technische Daten
    Heizleistung 1200 kcal/h
    Brennstoff Siedegrenzenbenzin Typ 80/110 TGL3322 oder Vergaserkraftstoff bzw. Normal 92 Oz
    Brennstoffverbrauch 0,14 kg/h
    Betriebsspannung 12 V
    Stromverbrauch 25 W im Dauerbetrieb
    Glühstromverbrauch 110 W im Kurzbetrieb
    Heißlufttemperatur 70˚ C bei 0 C Außentemperatur
    Heißluftmenge 70 kg/h
    Wirkungsgrad 86%
    Masse der Anlage ohne Brennstoffbehälter 3,3 kg
  3. Arbeitsweise (Abbildung 1 bzw. 2)
    Nach dem Einschalten des Gerätes wird durch das Gebläse (1/2) Frischluft gefördert und die Glühkerze (1/10) beginnt zu glühen. Gleichzeitig beginnt die Magnetpumpe (1/1) zu arbeiten. Der Brennstoff gelangt über die Düsen (1/19 und 1/4) in die Brennkammer (1/11). Hier bildet sich ein brennfähiges Gemisch aus Benzin und Luft, welches von der Glühkerze (1/10) entzündet und im anschließenden Wärmetauscher (1/7) vollkommen verbrannt wird. Nach erfolgter Zündung dehnt sich der Wärmetauscher (1/7) in axialer Richtung aus und schaltet die Glühkerze (1/10) über den Mikroschalter (2/5) ab. Zu diesem Zeitpunkt leuchtet die Anzeigeleuchte (2/1) in der Schaltertafel auf und zeigt an, dass die Heizung in Betrieb ist.
    Die Entzündung des Brennstoff-Luft-Gemisches erfolgt jetzt durch Selbstzündung. Die über dem Wärmetauscher (1/7) gedrückte Frischluft wird hier erwärmt und ins Fahrzeuginnere geleitet. Die Abgase verlassen das Gerät durch das Abgasrohr (1/12). Mit dem Abschalten des Gerätes wird die Brennstoffpumpe (1/1) außer Betrieb gesetzt. Das Gebläse fördert noch so lange Frischluft zu, bis der Wärmetauscher (1/7) abgekühlt ist. Dadurch kehrt der Mikroschalter in die Ausgangsstellung zurück und schaltet das Gebläse ab.
    Abbildung 1 - Schnittbild des Gerätes
    Abbildung 2 - Anschlussplan
    Abbildung 4 - Lageplan
  4. Geräteanordnung
    Der Einbau des Heizgerätes erfolgt beim Pkw 601 im Motorraum quer zur Fahrtrichtung vor dem Kraftstoffbehälter (Abbildung 4).
    Das Gestell wird mit der vorderen Befestigungsschraube auf der Blattfeder und hinten mit der Radschale so befestigt, dass das Heizgerät waagerecht bzw. maximal um 10˚ in Richtung Warmluftaustritt geneigt liegt.
    Die Warmluftzuführung liegt im unteren Bereich der Stirnwand, zwischen Gaspedal und Kraftstoffhahn. Der Warmluftstutzen ist mit der Stirnwand zu verschweißen. Verbindungsstück. Biegsames Rohr 430 mm lang. Am Warmluftaustritt der Heizpatrone ist vor der Montage des biegsamen Rohres der Krümmer anzubringen, die Abgase sind durch ein biegsames Rohr, 200 mm, und die an der Stirnwand montierte Abgasführung bis unter den Fahrzeugboden zu leiten. Die Montage des Brennstoffbehälters ist vor der rechten Radschale vorn vorzunehmen. Am Einfüllstutzen ist die Brennstoffpumpe zu befestigen. Behälter, Pumpe und Heizgerät sind mir Kraftstoffschläuchen zu verbinden.
    Die Schaltertafel ist im Radio-Ausschnitt der Instrumententafel zu montieren (Abb. 5); der Kabelbaum ist über dem Kraftstoffbehälter durch die Stirnwand zu führen (Abb. 6) und am Leitungsverbinder des Heizgerätes anzuschließen. Der Kabelbaum ist in den Schellen des Trennbleches festzulegen. Die Kabelleitungen zum Schutzschalter ist am Zündschloss, Klemme 30, anzuschließen (Abb. 2). Zur Fondraumbeheizung ist am Boden hinter dem Handbremshebel ein Warmluftstutzen zu montieren, welcher ein Biegsames Rohr, 1050 mm lang, mit dem Rohrstutzen zu verbinden ist.
    Abbildung 5
    Abbildung 6
  5. Funktionsprüfung und Bedienung
    Betriebsbereitschaft
    - Brennstoffbehälter mit Normalbenzin (jedoch kein Gemisch) auffüllen.
    - Bei erstmaligem Inbetriebsetzen des Gerätes ist der Schutzschalter einzuschalten (der Schutzschalter zeigt nach rechts). Damit ist das Gerät betriebsbereit und kann zum Lüften, bzw. Heizen in Betrieb gesetzt werden.
    Einschalten
    - Lüften: Zugschalter bis zur 1. Rasterstellung herausziehen. Der Motor läuft an und fördert Frischluft.
    - Heizen: Zugschalter bis zur 2. Rasterstellung herausziehen. Die Kontrolllampe leuchtet nach ca. 35 Sekunden auf und zeigt damit an, dass die Heizung in Betrieb und die Glühkerze abgeschaltet ist.
    Ausschalten
    - Zugschalter ganz rein drücken. Die Heizung schaltet dann automatisch nach ca. 1 Minute an. Damit erlischt die Kontrolllampe und zeigt an, dass der Nachlauf beendet ist.
  6. Wartung
    Nach längerer Betriebszeit (ca. 500 bis 600 Betriebsstunden) ist eine Reinigung des Gerätes von Ruß erforderlich. Dazu ist der Ventilator vom Wärmetauscher zu trennen.
    Der nunmehr zugängliche Brennkammereinsatz ist nach Herausdrehen des Düsenhalters herauszunehmen und mit einer Drahtbürste zu reinigen. Der Wärmetauscher ist durch Einblasen von Pressluft von Ruß zu reinigen. Danach ist das Gerät wieder zu montieren.
    Die Glühkerze ist von Zeit zu Zeit auf Abbrand zu prüfen. Die Lager des Elektromotors sind nach ca. 500 Betriebsstunden neu zu fetten, der Kollektor des Motors ist zu reinigen und abgelaufenen Kohlebürsten zu erneuern.
  7. Sicherheitsbestimmungen
    • Die Heizung darf nicht in Garagen und anderen geschlossenen Räumen benutzt werden.
    • Der Brennstoffbehälter ist stets dicht verschlossen zu halten.
    • Wird das Fahrzeug mit eingeschalteter Zündung im Freien abgestellt, so können bei ungünstigen Wetterverhältnissen die unter dem Fahrzeug gestauten Abgase zum Lüften mit angesaugt und in das Fahrzeug geblasen werden. Zur Vermeidung von Abgaseinatmung durch die Insassen ist gut durchzulüften.
    • Falls nach dem automatischen Nachlauf des Gerätes eine Geruchsbelästigung spürbar ist, muss zwei bis drei Minuten gelüftet werden, indem der Zugschalter auf Stellung "Lüften" (siehe 5.) gestellt wird.
    • Nachdem von der Schaltstellung "Heizen" auf "Lüften" oder "aus" geschaltet wurde, darf nicht früher wieder auf "Heizen" gestellt werden, bis die Kontrolllampe erloschen ist.
  8. Störungssuche

Störung Ursache Abhilfe

Heizung zündet nicht Magnetpumpe arbeitet nicht Anschlüsse prüfen, Sicherung kontrollieren, evtl. Motor anlassen
Brennstoffzuführung unterbrochen Prüfen, ob Brennstoff durch das Brennstoffdosierungsrohr und Rücklaufrohrleitung fließt, Brennstoffleitung reinigen, Düsenbohrung säubern
Pumpenfilter verstopft Filter mit Pressluft reinigen
Glühkerze schadhaft Glühkerze überprüfen, gegebenenfalls erneuern.
Batteriespannung zu niedrig, so dass Kerzenspirale zu schwach glüht Fahrzeug anlassen, um volle Lichtmaschinenspannung zur Verfügung zu haben, wenn nötig, Batterie ausbauen und aufladen
Heizung geht im Fahrbetrieb von selber aus Verbrennungsluftmenge zu hoch Ventilator abnehmen und Kontermutter zur Kegelfeststellung am Brennkammereinsatz lösen
Gewindestift mittels Schraubenzieher nur jeweils eine halbe Umdrehung bis zur einwandfreien Funktion herausdrehen und Kontermutter festziehen.
Brennstoffpumpe arbeitet mit erhöhter Frequenz (schnelles Ticken) undichte Brennstoffleitungen und Pumpenventile, Lufteinschlüsse Anschlüsse der Brennstoffleitungen überprüfen, Brennstoffleitungen entlüften
Heizung qualmt Verbrennungsluftmangel, Auspuff verstopft Auspuff reinigen
Drehzahlabfall des Elektromotors (fördert zu wenig Luft) Motor überprüfen, Kohlebürsten erneuern, Kollektor reinigen
Heizung schaltet nach 1,5 Minuten noch nicht ab Justierschraube am Mikroschalter nicht richtig eingestellt Justierschraube etwas nach links drehen, damit der Schaltstift am Mikroschalter hineingedrückt wird
Kontrolllampe leuchtet erst später als 30 Sekunden nach dem hörbaren Einsetzen der Verbrennung auf Justierschraube am Mikroschalter nicht richtig eingestellt Justierschraube etwas nach links drehen

Bewerten - Schlecht Gut · 40 Bewertungen · Note Ausreichend

Meinungen zum Thema (2)

  • 2009-11-29 22:09:34
    Ich habe so eine Heizung in meinen neuen Trabant bj 80 ist alles drann auch noch Benzin im Tank .
    Habe die Tage Eberspächter angerufen die diese darmas übernommen haben zwecks Eintragung.
    Ein Herr Schimid hatte mir gesagt das es klappt mit ner Eintragung wenn die Heizung in den Papieren darmals acuh drinn war,wenn nicht vermerkt ist hat man n Problem.
    Ob der Prüfer sie dann einträgt hängt vom Prüfer ab.

    Im Netz gibts ne tolle Seite mit Einstellhinweisen und eigenlich alles über diese Heizung.
    Wenn mein Auto soweit ist bau ich sie wieder ein und teste sie mal .
    Gruss Paul.
  • 2015-07-13 15:02:11
    wenn du die noch hast hätte intresse
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