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Verrußte Zündkerzen - Zündaussetzer - Startschwierigkeiten

2007-10-20 16:05:49 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (4) (Gelesen: 6513)

Unter bestimmten Fahrbedingungen kommt es mitunter zu Zündaussetzern beim Motor. Oft sind verrußte Zündkerzen die Ursache dafür. Anfänglich wahrgenommene Einzelerscheinungen dieser Art führen allmählich sogar zu Startschwierigkeiten. Dabei sind Zweitaktmotoren auf Grund ihres Funktionsprinzips empfindlicher als Viertaktmotoren. Außerdem spielen klimatische Einflüsse eine nicht unerhebliche Rolle.

Wo bleibt der Zündfunke?
Die in den Brennraum eines Ottomotors hineinragenden Zündkerzenteile werden neben chemischen und mechanischen Belastungen auch erheblichen Temperatureinwirkungen ausgesetzt. Die Konstrukteure von Motoren und Zündkerzen sind darauf bedacht, daß sich bei normalem Betrieb der jeweiligen Motoren an den Zündkerzen (Isolierkörperspitze) eine Betriebstemperatur einstellt, die in einem begrenzten Temperaturbereich liegen muß. Wird die obere Grenze dieses Bereichs (etwa 900 °C) überschritten, treten Glühzündungen auf- Wird die untere Grenze (etwa 500 °C) über einen längeren Zeitraum unterschritten, so brennen die sich auf der Isolierkörperspitze niederschlagenden öl- und Rußteile nicht mehr weg. Sie bilden eine leitende Verbindung zwischen der Mittelelektrode und dem Innenraum des Zündkerzengehäuses. Diese leitende Verbindung stellt einen Nebenschlusswiderstand zum Isolationswiderstand der Zündkerze dar. Beträgt der Isolationswiderstand einer Neukerze weit mehr als 150MOhm, so ergibt sich durch den im Fall der Verrußung gebildeten Nebenschlusswiderstand ein Gesamtwiderstand von weniger als 0,5 MOhm. Dadurch wird der Zündstromkreis belastet, die Zündspannung bricht zusammen, ein kräftiger Zündfunke bleibt aus (siehe Abbildung).

Kerzenkomplikation bei Großstadtverkehr
Motoren mit hoher spezifischer Leistung benötigen bei Volllast Zündkerzen mit hohem Wärmewert. Diese Zündkerzen haben dementsprechend eine kleine Wärme aufnehmende Fläche an der Isolierkörperspitze und Voraussetzungen für eine gute Wärmeableitung über den Isolator und das Gehäuse. Infolgedessen bleiben solche Zündkerzen im Teillast- und Leerlaufbereich relativ kalt Die Freibrenntemperatur an der Isolatorspitze wird nicht erreicht, was eine Verrußung oder Verölung der in den Brennraum ragenden Zündkerzenteile zur Folge hat Vor allem der Großstadtverkehr mit den charakteristischen Stop-Fahrt-Zyklen belastet die Zündkerzen in Motoren mit hoher spezifischer Leistung in dieser Weise.

Ähnliche Schwierigkeiten treten durch andere leitende Belagbildungen an den Zündkerzen auf, die durch Verbrennungsrückstände der Kraftstoffe und öle nach mehreren 1000 Fahrkilometern (längere Laufzeit) hervorgerufen werden. Sie werden erst oberhalb der so genannten Freibrenntemperatur (etwa 500 °C) zu leitenden Nebenschlüssen.

Verrußung oder Belagbildung an Zündkerzen sind also keine Qualitätsprobleme der Zündkerzen, sondern ein Funktionsproblem des betreffenden Verbrennungsmotors. Treten trotz des richtigen Zündkerzen-Wärmewertes (entsprechend den technischen Vorschriften für den jeweiligen Motor) Verrußungserscheinungen auf, sollte man neben seiner eigenen Fahrweise auch den technischen Zustand des Motors überprüfen. Die Vergaser und Zündeinstellung sowie der Zustand der Kolbenringe beeinflussen die Rußbildung ebenfalls.

Niedrigerer Wärmewert?
Der Einsatz von Zündkerzen mit dem nächst niedrigeren Wärmewert, die also heißer werden, bringt dann oft eine Verbesserung der Motorfunktionen. In Extremfällen, bei ausschließlichem Stadtverkehr, muss dabei verschiedentlich sogar um zwei Wärmewertstufen zurückgegangen werden. Doch eine solche Maßnahme ist kein Allheilmittel. Zündkerzen mit niedrigerem (als vorgeschriebenem) Wärmewert auch bei einer Motordauerbelastung (zum Beispiel schnelle Autobahnfahrt) zu verwenden, kann keinesfalls empfohlen werden. (Glühzündungen, eventuell sogar Kolbenschäden! Die Redaktion.)
Bei häufigen und dauernden Stadtfahrten mit niedriger Drehzahl und geringer Belastung bei mehrfachem Leerlauf (Kreuzungsverkehr) ist das Kraftstoff-Luftgemisch immer etwas fetter als im oberen Drehzahl- und Lastbereich und damit die Verbrennung schlechter. Damit es gar nicht erst zu übermäßiger Rußablagerung an den Zündkerzen kommt, ist es ratsam, den Motor öfter einer gewissen Dauerbelastung im Bereich des höchsten Drehmomentes und der Höchstleistung auszusetzen. Bei Stadtfahrten sollte der Motor nicht untertourig gefahren werden, also: rechtzeitig schalten und damit einen höheren Drehzahlbereich des Motors wählen!
K.Fischer

Aus: DDS 12/74

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