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Die DDR lebt - hinterm Deich in Holland

2004-10-08 18:37:35 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (3) (Gelesen: 3745)
DDR Museum

Museumsgründer Friso de Zeeuw führt eine Besucherin durch seine DDR-Sammlung

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Monnickendam - Fast 14 Jahre nach ihrem Untergang ist die DDR in den Niederlanden immer noch präsent - wenn auch nur in kleinem Umfang und schwer zu finden.

Hinter den Deichen der einstigen Zuidersee in Monnickendam bei Amsterdam zeigt Hobbyhistoriker Friso de Zeeuw in einem kleinen Museum, wie es einstmals zuging im ersten Arbeiter- und Bauernstaat auf deutschem Boden. «So etwas gibt es auf der Welt nicht noch einmal», sagt er zu seiner Sammlung. Seit Mitte der achtziger Jahre hat er eifrig Stück um Stück zusammengetragen.

Allerlei aus einstmals «Volkseigenen Betrieben» (VEB), von Zigaretten, Spielzeug und Bestecken bis hin zum Toilettenpapier und zu Weckern der viel gefragten Marke Ruhla füllt Glasvitrinen. Hinzu kommen das Fernseh-Sandmännchen, ein kurzes Stück Grenzzaun sowie Parteiabzeichen der SED, Firmenwimpel, und Uniformteile der einstigen Volksarmee.

Zu den Glanzstücken seiner Sammlung zählt De Zeeuw Gläser und Flaggen von Erich Honeckers Staatsyacht «Ostseeland», die nach der Wende nach Holland verkauft wurde und dort noch einige Zeit unterwegs war. Der größte Stolz des Sammlers ist aber ein Arbeitskoffer der DDR-Grenzpolizei, komplett mit Stempelkissen, Visaformularen und Infrarot-Lampe. Vier Mal im Jahr, das nächste Mal am 9. und am 23. Mai, zeigt De Zeeuw auf Anmeldung Interessenten seine Schätze.

Vor allem das Verhältnis zwischen den Niederlanden und Ostberlin prägt die Ausstellung. So können Besucher eine kleine Statue von Karl Marx bestaunen, ein Mitbringsel Honeckers für Hollands kommunistische Partei CPN. «Das Klima mit den Genossen hier war aber eisig, als Honecker 1987 nach Holland kam», erklärt De Zeeuw. Die CPN sei schon früh auf Michail Gorbatschows Öffnungskurs umgeschwenkt. Aber statt über die Kritik an einem Kurs nachzudenken, habe sich der Gast aus Ostberlin lieber durch Amsterdams Grachten schippern lassen. Ein Foto vom «Genossen Erich» auf dem Rundfahrtboot belegt den Trip. Im Katalog für eine wirtschaftliche Leistungsschau in der Amsterdamer Börse wird das Selbstbewusstsein der DDR-Exportwirtschaft deutlich.

Der 52 Jahre alte Immobilienkaufmann De Zeeuw, einst sozialdemokratischer Regionalpolitiker in Nordholland, hat schon Anfang der siebziger Jahre Interesse für die DDR entwickelt. Zusammen mit holländischen Kirchenleuten und Intellektuellen setzte er sich in der Bewegung «Erkennen Nu» («Jetzt anerkennen») dafür ein, dass mit Ostberlin diplomatische Beziehungen aufgenommen werden. «Ich hielt das für richtig, auch wenn ich die DDR als Unrechtsstaat ansah», sagt De Zeeuw zurückblickend. Die Sammelwut packte ihn aber erst 1985, nach dem ersten Besuch im Osten des geteilten Landes. Es begann mit ein paar Medaillen und Ehrennadeln.

Nach dem Fall der Mauer war der Holländer mit Hammer und Meißel als «Mauerspecht» vor Ort. Er besorgte sich gar eine Wohnung in Berlin und spürte auf Flohmärkten und in Kleinanzeigen Zeugnissen der jüngsten deutschen Vergangenheit nach. «Immer wenn ich in Deutschland bin, habe ich das Gefühl, bis zu den Knieen in der Geschichte zu stecken. Daran gemessen, ist Holland stinklangweilig», meint De Zeeuw. Die Freude an weiteren Sammlerstücken stößt mittlerweile an die Grenzen des verfügbaren Raums. Für den erträumten Original-Trabi ist bei der Museumsgarage kein Platz.
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