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Trabant weltweit

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Der Traum vom Auto und die Mangelwirtschaft

2003-10-14 00:00:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (2) (Gelesen: 3584)
Ausstellung in der Kulturbrauerei zeigt, wie der "Trabant" und der "Wartburg" eigentlich hätten aussehen sollen.

Modern und windschnittig: Wäre es nach den DDR-Designern gegangen, die volkseigenen Vehikel "Trabant" und "Wartburg" hätten anders ausgesehen. Besucher, egal ob aus Ost oder West, der jüngsten Ausstellung der Berliner Sammlung industrielle Gestaltung sind überrascht von den alternativen technischen Auto-Konstruktionen der ostdeutschen Formgestalter Clauss Dietel und Lutz Rudolph. Die von beiden seit Mitte der 60er-Jahre entwickelten Modelle brauchten sich hinter Renault, Fiat oder Volkswagen nicht zu verstecken, so das Lob einer westdeutschen Zeitung. Leider wurden sie nie gebaut. Die sozialistische Mangelwirtschaft machte es unmöglich. Zeitweilig durfte nicht einmal über die Modelle geschrieben werden.
Mit etwa 200 000 Objekten ist die Sammlung von DDR-Produkt- und Alltagskultur des Museums mit Sitz in der Kulturbrauerei an Knaackstraße 97 Ecke Danziger Straße in Prenzlauer Berg kein "Nachwende-Schnellschuss", wie Chef Hein Köster (62) sagt. Die Geschichte führt bis 1950 zurück. Damals hatte Bauhauskünstler Mart Stam in Ost-Berlin das Institut für industrielle Gestaltung gegründet.
Die "Kollektion der vorbildlichen Produkte" der DDR-Betriebe, gegen viele Widerstände geschaffen und ständig erweitert, bildete den Grundstock der heutigen Sammlung. Auch eine Bibliothek und Fotothek gehörten dazu. Die Wende bot die Möglichkeit, endlich aus dem "Nischendasein" herauszukommen, sagt Köster. Der 1993 bezogene Ausstellungsort wurde seitdem noch einmal um- und ausgebaut. Doch das Ziel, eine Dauerausstellung zu etablieren, steht im "Moment wieder in den Sternen", befürchtet er. Nach wechselnden Trägerschaften schien die Frage der Finanzierung mit einer Anbindung an das Deutsche Historische Museum 2001 gelöst. Hier zahlt der Bund. Gerade aber wurde bekannt, dass für die Sammlung 2003 kaum Geld vorhanden ist.
"Expertenvorschläge", die darauf hinauslaufen, die Exponate einfach einzupacken und je nach Bedarf hervorzuholen, hat Köster über Jahre erfolgreich abgewehrt. Dabei kann er sich auch auf die Unterstützung von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) berufen. Erst bei der letzten Ausstellungseröffnung mahnte Thierse den Fortbestand des "schützenswerten Biotops der kulturellen Verständigung zwischen Ost und West" mit dokumentarischer kritisch-aufklärerischer Funktion wiederum an.
Köster umschreibt die Sammlungsbreite mit dem Satz: "Zwei Wartburgs und sechs verschiedene Büroklammern." In zwei Depots stapeln sich Glas, Keramik, Feinmechanik, Optik, Phono, Spielzeug und Plasteerzeugnisse. Die vollständige Registrierung von Töpfen und Geschirr, Lampen, Staubsaugern, Schreibmaschinen, Fernsehern, Telefonen und Radios, Essbestecken, Verpackungen, Puppen und eben auch der Büroklammern ist noch in Arbeit. Für eine TV-Soap, in der sich Ostdeutsche in eine Wohnung im Stil der 60er-Jahre zurück versetzen lassen, ließe sich die perfekte Ausstattung einschließlich des "plüschigen Geschmacks" der Möbel finden.
Zu den Raritäten, die nach der Wende hinzu kamen, zählen unter anderem "Hinterlassenschaften" aus dem SED-Zentralkomitee. Neben aufwändig gefertigten Schleiflackmöbeln aus dem Arbeitsbereich von Parteichef Erich Honecker wird selbst das designerte Kantinengeschirr für die unteren Parteichargen aufbewahrt.
Von der Mode, "Fundstücke" aus der DDR zu bergen, um sie für den "großen Spaß zu inszenieren" hält Köster nichts. 60 Prozent der Besucher des Museums kommen aus dem Osten, 40 Prozent aus dem Westen. In der Mehrheit sind sie zwischen 18 und 45 Jahre alt. Die Ausstellung ist bis zum 8. März 2003 geöffnet.
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