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Das rollende Glück

2003-10-29 00:00:01 Geändert: 2008-09-04 17:44:06 (2) (Gelesen: 4580)
Tele-Lotto-Männchen.

Der Berliner Grafiker Hans-Eberhard Ernst entwarf das Tele-Lotto-Männchen. Der immer heitere Losverkäufer mit Bauchladen und Zylinder wurde für viele Zuschauer zum Glücksbringer.

Tele-Lotto war die geschickte Verbindung von Gewinnspiel und Fernsehunterhaltung.

Zwischen Sandmännchen und Aktueller Kamera war sonntags in der DDR Tele-Lotto-Zeit. Um 19 Uhr versammelten sich ganze Familien vor dem Fernsehgerät, um die Kugeln rollen zu sehen. Ziehungsleiter Wolfgang Morgner und Notarin Sabine Hermann bestätigten mit ernsten Gesichtern die ordentliche Aufstellung der Zahlenkegel, und das Spiel konnte beginnen.

Für eine Mark war man mit einem Tipp dabei

Das knapp halbstündige Zahlenlotto wurde am 9. Januar 1972 zum erstenmal aus Adlershof gesendet. Es verband das Lottospiel 5 aus 35 mit einer TV-Unterhaltungssendung. Hinter jeder Zahl verbarg sich ein Genre, l war die Anekdote, 10 der freche Zeichenstift, 14 der Humor, 17 die Komödie, 23 die Operette und 35 der Zirkus. Zur gezogenen Zahl erfolgte das entsprechende Filmeinspiel.
Für eine Mark war man mit einem Tipp dabei. Wer drei, vier oder fünf Richtige vorausgesagt hatte, gehörte zu den Gewinnern. Die Ruriken mit den Genres standen auf jedem Losschein hinten drauf. Schüler nutzten sie für Gedächtnisübungen. Tele-Lotto wurde schnell zum Renner. Nicht alle Zuschauer der Sendung erwarben ein Los. Nur etwa jeder zweite tippte mit. Aber die halbe Stunde wollte kaum jemand verpassen.
Etwa 70 Prozent der DDR-Lotto-gemeinde waren allerdings Tele-Lotto-Spieler. Der Rest entfiel auf 6 aus 49 und andere Gewinnspiele. Klaus Fischer, langjähriger Fernsehredakteur der Reihe, warf einen Blick hinter die Kulissen von Tele-Lotto und schrieb ein kurzweiliges Buch darüber. Ein Ostalgie-Buch mehr? Diesen Vorwurf kann man Fischer nicht machen. Er hat sauber und nachprüfbar recherchiert, da wird nichts verklärt oder geschönt. Er weiß, wovon er schreibt, und er formuliert griffig, erzählt schnurrige Anekdoten.
Natürlich bedauert Klaus Fischer, dass die Sendung nach 1351 Ausgaben vom Bildschirm verschwand. Der MDR hatte sie in amputierter Form ohne Lotto, aber mit dem bewährten Titel noch einige Jahre nach der Wende weitergeführt. Allerdings mit einer hübschen Neuheit: den Mitmachkarten mit kurzen Bildgeschichten der Abrafaxe. Doch am 28. Dezember 1997, nach 26 Jahren, blies der letzte Moderator der Reihe, Herbert Köfer, dem Tele-Lotto endgültig das Licht aus.
Fischer erinnert an einige Episoden der Sendung. Wenn eine Kugel zweimal dieselbe Zahl traf, rief der Ziehungsleiter gefasst: "Das war ein Durchläufer, bitte noch mal drücken!" Die Zuschauer freuten sich über solche kleinen Pannen. Der "Durchläufer" wurde zum geflügelten Wort. Die Reihe hatte keinen festen Moderator, sondern wechselte ihn Sonntag für Sonntag. Die erste Ziehung wurde von Wolfgang Reichardt geleitet. Von Heinz Quermann bis Petra Lück, Dagmar Frederic bis Willi Schwabe war fast die gesamte DDR-Unterhaltungsprominenz vertreten. Auch Chefindianer Gojko Mitic gehörte zu den gern gesehenen Gästen. Nur Helga Hahnemann ließ sich nicht zum Kugelrollen überreden. Die Redaktion legte viel Wert auf "Außenseiter". So führten zum Beispiel der Dresdner Galeriedirektor Joachim Uhlitzsch, Schauspieler Wolfgang Dehler oder Wetterfrosch Doktor Peters durch die kleine Show.
Der Autor verrät, dass Tele-Lotto im Fernsehen nie wiederholt werden durfte. Das Sendeband musste bis Mittwochmittag gelöscht werden. Man verhinderte damit, dass aus Versehen am nächsten Sonntag das alte Band noch einmal gesendet werden könnte.

Als der beliebte Kurzkrimi zu teuer wurde

Die meistgezogene Zahl war anfangs die 27 - Singeclub. Singende FDJler gehörten in der DDR zum Alltag, doch Zuschauer und Macher fanden zu viele tönende Blauhemdträger nervend. Also wurde die Rubrik umbenannt. 27 hieß nun "Bei uns zu Gast", statt Hartmut König sang Katja Ebstein.
Auch andere Rubriken wurden verändert oder fielen weg. Am härtesten traf es die 19, den beliebten Kurzkrimi. Die vierminütigen Miniaturfälle, die "Der Schrei aus der Mühle" oder "Sensation im Postgebäude" hießen, wurden mit ziemlichem Aufwand und guten Schauspielern produziert. Das war der Redaktion eines Tages zu teuer. 1985 lief der letzte Kurzkrimi, dafür gab es dann Kurzporträts oder den bildenden Sonntagsausflug.
• Klaus Fischer, Tele-Lotto, Mosaik Steinchen für Steinchen Verlag, 15 Euro
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